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Fachtagung Sportwetten

Regulierung: Ein Nein und seine Folgen

Was bedeutet Schleswig-Holsteins "Nein" zum 2. GlüÄndStv? Diese Frage stand im Fokus der Jahresfachtagung Sportwetten und Glücksspiel am 30. Juni in Frankfurt.

Am 30. Juni lud das "Forum - Institut für Management" zur 12. Jahresfachtagung Sportwetten und Glücksspiel nach Frankfurt am Main. Rund 40 Vertreter von Verbänden, Unternehmen und Behörden nahmen daran teil. Im Fokus stand in diesem Jahr der Zweite Glücksspieländerungsstaatsvertrag. Also ganz am Puls der Zeit. Denn erst vor wenigen Wochen hatte die Koalition aus CDU, FDP und Grünen in Schleswig-Holstein angekündigt, diesen nicht zu ratifizieren. Damit droht dem Vertrag jetzt das Scheitern.

Auf der Tagung stieß diese Blockadehaltung auf wenig Gegenliebe. "Dadurch kommt keine Bewegung in die Regulierung und das ist für den Vollzug ganz schlecht", sagte Nadja Wierzejewski, Leiterin der Glücksspielaufsicht bei der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion in Trier. Denn sie hätte sich von den geplanten Regelungen vor allem eines erhofft: mehr Möglichkeiten für den Vollzug. "Ich bin da ein zahnloser Tiger. Denn ich kann nicht in Malta vollstrecken, wo viele der Anbieter sitzen."

Scharfe Kritik an Schleswig-Holsteins Politik übte auch Michael Burkert, Geschäftsführer von Saarland-Sporttoto. "Da kommt noch eine große Debatte auf uns zu", betonte er. Prof. Dr. Tilman Becker, Leiter der Forschungsstelle für Glücksspiel der Universität Hohenheim, sagte zu dem drohenden Stillstand bei der Regulierung: "Der Bund könnte die Kompetenz für das Glücksspiel auch an sich ziehen, nach dem Motto: Liebe Länder, ihr habt das seit 2002 nicht geschafft." Das Grundgesetz, so Becker, gebe ihm mit Artikel 72 das entsprechenden Werkzeug, einen bundesweit einheitlichen Rahmen vorzugeben. Tagungsleiter Dr. Manfred Hecker (Foto) war hingegen skeptisch, dass sich der Bund vor 2021 zu einem solchen Schritt entschließen werde. "Nach dem Ablauf des Glücksspielstaatsvertrages könnte der Bund von seinen Möglichkeiten aber Gebrauch machen, wenn sich die Länder nicht committen", so Hecker.

Mehr zu dem Thema lesen Sie in der Juli-Ausgabe von games & business.

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