Steffen Hanak

Systematischer Fehler

Aus Fehlern kann man lernen. Wenn Fehler aber permanent wiederholt werden, drängt sich der Verdacht auf, dass sie im System liegen. Im schlimmsten Fall haben sie sich bereits zu politischen Konstanten verfestigt. Die vergangenen Jahre sind reich an sonderbaren Regularien und Entscheidungen zuungunsten der Automatenbranche. Exemplarisch dafür stehen bundesweit derzeit etliche Spielhallenkonzessionen leer. Das ist nicht nur öde und schädlich für jedes Ortsbild, sondern bedeutet auch weniger Steuern und Abgaben für den Staat – und weniger Spielerschutz. Denn diejenigen, die nicht mehr in „ihren“ Spielhallen in der Nähe spielen können, werden geradezu ins illegale Spiel gedrängt. Wenn der Staat durch irrwitzige Regularien das legale Spielangebot so immer weiter verknappt, befeuert er die Ausbreitung illegaler Spielangebote.

Als ob das nicht schon schlimm genug wäre, legt der Staat auch noch denjenigen Automatenunternehmern Steine in den Weg, die nach Alternativen suchen, um ihre leerstehenden Spielhallen wieder mit Leben zu füllen. In unserer Januar-Ausgabe beschreibt eine Jungunternehmerin, dass sie in einer leerstehenden Konzession eine Billardhalle eingerichtet hat. Die Einrichtung eines gastronomischen Angebots in dieser Billardhalle verweigern ihr die Behörden allerdings. Mit Verweis auf die angrenzende Mehrfachkonzession für drei Spielhallen. Dabei gibt es keinen direkten Weg von der einen Halle hinüber in die andere. Es müssen unterschiedliche Eingänge benutzt werden.

Dass einem Spielhallenbetreiber, einem Unternehmer, trotz klarer Trennung der beiden Angebote – Billardhalle mit Gastro hier und Spielhalle dort – unterstellt wird, er wolle das Alkoholverbot in Spielhallen umgehen, ist eine Unverschämtheit. Dabei ist nicht der Spielhallenbetreiber derjenige, den die Politik bekämpfen sollte, sondern das illegale Spielangebot. Die Hoffnung, dass die Politik hier tatsächlich etwas ändert, ist aber auch für 2024 leider gering.

Steffen Hanak, stellv. Chefredakteur games & business
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