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Saarbrücken

Casino Star

In der Brebacher Landstraße 15, im östlichen Teil von Saarbrücken, zwischen Saar und bewaldeten Hängen, keine zehn Minuten von der französischen Grenze entfernt, liegt das "Casino Star".

 
 


Mit drei Konzessionen ist es die größte Spielstätte im Besitz von Rudolf Gies und Abdulcelil Bozkurt. Die beiden stiegen vor vier Jahren in das Spielhallengeschäft ein. Davor waren sie reine Gastroaufsteller. Der 49 Jahre alte Gies ist bereits seit 30 Jahren im Geschäft. Vor acht Jahren holte er sich einen Partner ins Boot. Die Arbeit wurde einfach zu viel. "Und um die nötigen Investitionen zu stemmen, sind zwei Inhaber auch besser als einer", begründet Gies seinen Schritt. Bozkurt war es auch, der die Idee mit den Spielstätten hatte. Inzwischen betreiben die beiden 14 Konzessionen an 10 Standorten. Alle Spielstätten heißen Casino Star, sind aber auf vier verschiedene Firmen eingetragen.


Kunden aus Frankreich

Die Spielstätte in der Brebacher Landstraße "war die erste in Saarbrücken, die Wert auf Qualität in der Einrichtung legte“, erzählt Gies mit Stolz. In den drei Konzessionen, die ar-te Ladenbau aus Wuppertal mit den Eigentümern plante, stehen großformatige Bilder von Casinos in Las Vegas. "Die Qualität kommt nicht nur von der Einrichtung, sondern auch vom Personal. Das muss natürlich freundlich sein, aber auch auf Sauberkeit achten!" Wie um die Worte des Chefs zu unterstreichen, kommt in diesem Augenblick die Servicekraft von der Toilettenkontrolle und wäscht sich an der Theke die Hände. Die gestiegene Qualität ist laut Gies auch die Ursache für den ständig steigenden Frauenanteil in den Spielstätten. Am häufigsten frequentieren aber Franzosen das Casino Star. Etwa 80% der Kunden kommen aus dem Nachbarland.

Gies hat die drei Konzessionen nach Zielgruppen aufgeteilt. Eine für Spieler mittleren Alters, eine für jüngere Spieler. Auch die Automaten sind nicht gleichmäßig verteilt. Merkur-Geräte und Crown sind in getrennten Konzessionen. Nur Geräte von Novo stehen in jeder Konzession. "Novo-Automaten laufen im Saarland traditionell gut. Darauf kann man sich verlassen. Die Monopoly-Jackpot-Anlage läuft inzwischen sehr gut, aber sie brauchte eine gewisse Anlaufzeit, bis sie sich auszahlte."


Entlassungen stehen an

Eine lange Laufzeit vermisst Gies bei den neuen Spielhallengesetzen. "Es ist doch verrückt, nur für ein Jahr Konzessionen zu vergeben. Da rentiert sich doch keine Investition mehr." Die neuen Gesetze treffen ihn und seine Mitarbeiter schon jetzt. Die Internetterminals, die noch bis Juli 2012 im Casino Star im Einsatz waren, sind nicht länger erlaubt und stehen ausgeschaltet hinter einem Paravent. Am härtesten trifft die Spielstätte aber die um fünf Stunden verlängerte Sperrzeit von 4 bis 10 Uhr. Da fällt eine ganze Schicht einfach weg. Von im Moment 100 Mitarbeitern wird Gies wohl 15 in naher Zukunft entlassen müssen.


Vergabepraxis nervt

Die neuen Regelungen zeigen auch beim Umsatz Wirkung. "Der Umsatzrückgang durch  die neuen Sperrzeiten und dem Rauchverbot ist deutlich zu spüren", sagt Gies. Es war immer das Prinzip des Unternehmens, "den Kunden zu bieten, was aktuell ist." Aber zur Zeit ist das schwer: "Jetzt heißt es abwarten, ob die Gesetze Bestand haben werden oder sich wieder ändern."

Es sind nicht nur die neuen Gesetze, die Gies ärgern. Ihn nervt die Kritik an der angeblichen Ballung von Spielstätten in bestimmten Gebieten. "Dabei habe ich schon oft Standorte in Gewerbegebieten oder an Ausfallstraßen beantragt, wo es noch keine Spielstätten gab. Und die Anträge wurden abgelehnt." Genehmigungen gibt es eher dort, wo bereits andere Spielstätten existieren. "Die Städte verursachen die Ballungen dadurch teilweise selbst und schieben uns den schwarzen Peter zu", meint Gies. So leide das Image der Automatenbranche unnötig unter der unflexiblen Genehmigungspraxis der Behörden.

 (Quelle: games & business, September 2012)