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Steffen Hanak

Wirkliche Hilfe

Das neue Jahr ist da. Aber 2021 hat große Altlasten im Gepäck. Allem voran Corona. Die Politik bemüht sich weiter um Finanzhilfen für besonders von der Pandemie betroffene Unternehmen. Das ist richtig. Und die Freude über die Unterstützung des Staates war auch in unserer Branche groß. Doch langsam stellt sich Ernüchterung ein.

Die von der Bundesregierung versprochenen November- und Dezemberhilfen konnten erst zum Monatsende beantragt werden. Ausgezahlt wurden sie noch später, zum Teil sogar noch gar nicht. Außerdem haben die Unternehmer zunächst nur eine pauschale Abschlagszahlung erhalten. Der Rest soll noch kommen.

Sehr präsent sind dagegen die Kosten. Mieten für Spielhallen und Geräte sowie das Kurzarbeitergeld müssen vorfinanziert werden. Und das bereits zum wiederholten Male. Der erste Lockdown im Frühjahr hat die Reserven vieler Mittelständler schmelzen lassen. Dann kam im Herbst der zweite Lockdown, der jetzt verlängert worden ist. Weitere Runden nicht ausgeschlossen. Die Sorgen vieler Unternehmer um Mitarbeiter und Betrieb wachsen. Wenn die Politik die Akzeptanz für ihre Corona-Maßnahmen erhalten will, muss sie wenigstens dafür sorgen, dass die als Kompensation für den Lockdown versprochenen Hilfen fließen.

Denn es ist nur schwer nachvollziehbar, dass Spielhallen geschlossen sein müssen. Schon aus den bestehenden glücksspielrechtlichen Bedingungen heraus sind Spielhallen perfekt auf Mindestabstände vorbereitet. Ergänzende Hygienekonzepte und die obligatorische Einlasskontrolle lassen pandemie-präventiv kaum Wünsche offen. Die Frage muss gestattet sein, warum hier Existenzen aufs Spiel gesetzt und Steuermittel eingesetzt werden, die man sich sparen könnte. Die beste Coronahilfe wäre eine rasche Wiedereröffnung der Spielhallen.

Doch die Realität sieht anders aus. Im vergangenen Frühjahr haben manche Bundesländer Spielhallen sogar bei der Wiedereröffnung an das Ende ihrer Liste gesetzt. Das entbehrt jeder Grundlage. Das neue Jahr hat begonnen. Hoffen wir, dass nicht alles beim Alten bleibt.


Steffen Hanak, stellv. Chefredakteur games & business

[email protected]&business.de

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