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Manfred Schlösser

Weckruf für die Politik

Schneller, weiter, höher" wird eine Denkpause einlegen. Mal schnell nach Malle auch. Zur Abstimmung mal kurz nach Berlin, wird es so bald nicht wieder geben. Schon jetzt ist abzusehen, dass sich im Vertrieb, wo auch immer, viele Dinge ändern werden. Zoom-Meetings werden manchen gefahrenen Kilometer unnötig machen. Zeitersparnis wird manchen Arbeitsplatz in Frage stellen. Die Welt wird nicht mehr die sein, die wir kannten und liebgewonnen hatten. Aber wir haben im Lock-Down auch vielfältige und nützliche Erfahrungen für die Zukunft gemacht.

Und es gab und gibt sogar wenige Krisengewinnler, vor allem im fernen Kalifornien. Verlierer dagegen viele. Die Automatenwirtschaft war ganz vorne dabei. Ihr hat der Staat abverlangt, dass sie ihr Geschäft auf Null fahren muss - für die Volksgesundheit. Wie auch der Gastronomie, in der viele Automaten stehen. Ein enteignungsgleicher Eingriff, so empfindet man es zumindest, und das ohne jede Art von Entschädigung oder abfedernder Maßnahmen. Ein tiefer Griff in die Taschen von uns allen. Manch einer steht an der Schwelle zum Ruin.

Es werden viele Wochen ins Land gehen, bis man halbwegs sicher weiß, ob das alles nötig war. Vielleicht werden wir es nie wissen. So wie es keine Blaupause für diese Pandemie gab, so wenig wird man einzelne Erfahrungen verallgemeinern können. Auch die Wissenschaft konnte nur Schritt für Schritt lernen. So ist Wissenschaft, das ist ihr Kern.

Dass über 5.000 Branchen-Unternehmen, meist von Familien geführt, massive Einbußen hatten - wie gesagt für die allgemeine Volksgesundheit - daran wird man die Politik nach Corona erinnern dürfen und müssen. Es kann nicht sein, dass Auflagen aus der Corona-Zeit zu Dauerlösungen werden. Keine Getränke, also keine wirkliche Gastlichkeit, Maskenpflicht und übertriebene Hygienepflicht können die Freude am Spiel massiv und nachhaltig trüben.

Bei Online-Spielen kann man trinken, quatschen - wenn denn jemand da ist, man kann sich auf jeden Fall so "betten", wie das Spiel Spaß macht. Und es kann auch nicht sein, dass man in staatlichen Spielbanken Schulter an Schulter zocken kann. Wettbewerbsvorteile sind dann programmiert. Keine Frage: Alle sollen ihre Chance haben, aber eben die gleiche.

Ich hoffe, dass der Weckruf bei der Politik angekommen ist. Online-Spiele und manch anderes illegale Angebot haben im Spiel-Lock-Down der Spielhallen und Spielbanken dramatisch zugelegt. Ihre Werbeauftritte wurden immer unverschämter, der Lockruf des schnellen Geldes immer stärker.

Alle Anbieter der legalen Glücksspiele sollten jetzt Hand in Hand bei Vater Staat um gerechte und faire Chancen für die Zukunft anhalten. Alle müssen aus dieser Krise lernen, auch und besonders die Politik. Die Gerichte werden in den kommenden Jahren nicht über zu wenig Arbeit zu klagen haben. Urteile werden wichtige Hinweise für die Politik geben, die so manches Grundrecht in der Krise zurechtgebogen hat.

Die Automatenwirtschaft hat sich nicht als Prozesshansel hervorgetan. Gott sei Dank - obwohl es sie ungeahnt hart getroffen hat. Auch dafür sollte die Politik, wenn die Wogen geglättet sind, einfach mal Danke sagen und sie nicht weiter drangsalieren, wie es in manchen Bundesländern - allen voran in den Stadtstaaten - schon fast zum Sport geworden ist.

Die Branche hat respektiert, was die Politik ihr in der Stunde der Not abverlangt hat, jetzt sollte die Politik auch einen angemessenen Respekt vor den Wünschen der Branche entwickeln.

In diesem Sinne

Manfred Schlösser, Verleger games & business

[email protected]

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