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Stefan Dreizehnter

Keine Atempause

Explosion der Innovation – anders kann man nicht bezeichnen, was die deutsche Automatenwirtschaft in diesen Wochen aus den Tiefen ihrer Entwicklungsabteilungen zieht. Nach einem knappen Jahr Erfahrung mit der neuen Spielverordnung werden an allen Stellen wichtige Weichen in Richtung Zukunft gestellt.

Das betrifft zunächst einmal den Bereich der klassischen Produktpolitik. Seit November letzten Jahres war der Markt ja im Prinzip ein einziger, gewaltiger Feldtest. Aber diese Zeit wurde tatsächlich genutzt, um die Stellschrauben zu finden, mit denen die Folgen der jahrelangen Innovationsblockade in der TR 4-Übergangszeit gelöst werden können. Wie der Spielspaß an der Schwelle zu 2020 aussieht, muss erst herausgefunden werden.

Damit ist es aber nicht getan. Die neue Spielverordnung hat dazu geführt, dass viele Kunden zu anderen Spielangeboten abgewandert sind. Spielbanken freuen sich darüber genauso wie illegale Anbieter. So intensiv wie noch nie wurde in der Branche deswegen das Verhalten der Spielgäste beobachtet und erforscht. Das Ergebnis: Spielgäste sind mündige Bürger. Sie wollen möglichst wenig Bevormundung. Die gesetzlich vorgeschriebenen Hürden beim Spielzugang nerven sie. Technische Innovation wird also gebraucht, um dem Spielgast seine Autonomie zurückzugeben. Und dazu gute Schulung des Personals. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müssen zum diskreten und selbstständigen Spielbegleiter für die Kunden werden.

Der Wechsel auf die neue Spielverordnung entpuppt sich knapp ein Jahr nach dem Stichtag als deutlich mehr als nur ein Wechsel der Geräte. Die Umstellung von Unternehmen und Mitarbeitern ist in vollem Gang. Und auch die Kunden wollen mitgenommen werden. Es ist also noch lange nicht vorbei mit der Umstellung. Innovation auf allen Ebenen ist die Botschaft für diesen Herbst. Es gibt keine Atempause. Stillstand ist keine Option.

Stefan Dreizehnter, Chefredakteur games & business

[email protected]

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