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Stefan Dreizehnter

Ein neues Wort

Weil wir alle lebenslang lernen müssen, lernen wir auch gerne neue Wörter. Das neueste Wort, das wir in unseren aktiven Sprachschatz aufnehmen sollten, heißt "dysfunktional". Man bezeichnet damit "für den Bestand eines Systems schädliche Sachen". Sagt das Internet.

Wenn "dysfunktional" ist, was einer Sache schadet, dann dürfen wir jetzt grübeln, was eine "dysfunktionale Glücksspielregulierung" ist, wie sie von der Goldmedia Gruppe für Deutschland festgestellt wird. Per definitionem müsste die aktuelle Regulierung dem Glücksspiel demnach schaden. Aber das tut sie nicht. Zumindest nicht in der Gesamtbetrachtung. Denn das Glücksspiel generell erfreut sich kräftigen Wachstums – sagt Goldmedia.

Was ist da los? Ganz einfach. Das Wachstum spielt sich nur da ab, wo nichts reguliert ist. Und wo nichts reguliert wird, kann es auch keine dysfunktionale Regulierung geben. Da wird kein Schaden angerichtet. Alles wächst und gedeiht.

Hat Goldmedia also unrecht? Nein. Dysfunktional ist die Regulierung nämlich trotzdem. Und zwar für alles, was legal ist. Das Lotto schrumpft. Oddset ist nur noch ein Schatten seiner selbst. Dem gewerblichen Automatenspiel droht der Kahlschlag. Für alle, die geregelt sind und sich auch an die Regeln halten, für die sieht es düster aus.

Wie lautete noch mal die Definition von dysfunktional? "Für den Bestand eines Systems schädliche Sachen". Die Glücksspielregulierung ist schädlich für den Bestand des legalen Glücksspiel-Systems in Deutschland. Eben dysfunktional.

Zugegeben – kein einfaches Wort. Aber wir müssen trotzdem dafür sorgen, dass es bei der Politik ankommt. Einfach erklärt bezeichnet es in dem speziellen Fall eine Politik, die das Gegenteil von dem bewirkt, was sie eigentlich will. Und das müsste doch zu kapieren sein.

Stefan Dreizehnter, Chefredakteur games & business

 

 

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