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Manfred Schlösser

Ein gutes Neues …

... ja, das soll es werden. Hoffentlich besser als die Jahre zuvor. Sie waren geprägt von Unsicherheit, Rückbau und Rückschlägen. Das prägt auch noch die Gegenwart. Noch nie hat der Wind der Veränderung die Branche so durcheinander gewirbelt wie in den vergangenen Jahren.

Windmaschine war – wie so oft und ­leider – die Politik. Mit ihrer Entscheidung, das Recht der Spielhallen in die Länder zu geben, hat sie Tür und Tor für all diejenigen geöffnet, die schon lange ihr Mütchen am Automatenspiel kühlen wollten. ­Vielerorts waren es Hinterbänkler und verkannte Lokal­größen, die plötzlich ihr Spielfeld hatten. Aus den Profilierungs­büchern für Politik hatten sie gelernt: "Werden Sie einzigartig und unverwechselbar." Warum also bemüht sein, bundesweit vergleich­bare Regeln zu schaffen, Gerechtigkeit zu sichern? Nein, sie haben ihr auffallendes Länder-Ego-Süppchen gekocht in der Hoffnung, dass man endlich mal von ihnen Notiz nimmt.

Einer unter vielen, aber ein gutes Beispiel, ist ­Daniel Buchholz. Er ist seit 2001 Mitglied des Ab­geordnetenhauses von Berlin und wohl der Mann hinter dem ­restriktivsten Gesetz gegen Spielhallen in ganz Deutschland. Er hat es geschafft, dass nahezu alle seriösen – darunter viele ausgezeichnete und bundesweit belobigte - Spielstätten, ihre Tore in Berlin schließen mussten. Mangelnde Rentabilität war jedes Mal der einzige Grund. Gleichzeitig wuchert das illegale Spiel in den Straßen und Hinterzimmern der Bundeshauptstadt wie noch nie. Krimi­nalität macht sich breit und Buchholz klopft sich immer noch auf die Schulter. Innerparteilich hat ihm seine Automaten-Stürmerei nichts gebracht. Seit fast zwanzig Jahren kämpft er um Anerkennung – halt mit den falschen Themen.

Aber wie soll jemand die Dinge voranbringen – etwa das Thema Digitalisierung der Verwaltung –, der glaubt, man könne die Spiellust der Menschen kanalisieren oder gar in Schach halten, indem man die Anzahl der Automaten in Berliner Spielhallen auf 8 begrenzt – und das in digitalen Zeiten? Online-Casinos müssten Buchholz die Füße küssen.

Aber lassen wir im neuen Jahr die verlorenen Schlachten von gestern. Es gibt nämlich auch Er­folge – wobei es zum Feiern noch viel zu früh ist, wenn es überhaupt einen Grund dafür geben wird. Aber 2020 wird auf jeden Fall das Jahr sein, das endlich Schluss macht mit der Unsicherheit der vergangenen Jahre – das ist ja schon mal etwas. Ein neuer Glücksspielstaatsvertrag zeigt sich am Himmel, der zumindest in mancherlei Hinsicht mit der Zersplitterung der glücksspielrechtlichen Regeln Schluss machen dürfte. Weitsichtige Menschen in vielen Landesregierungen haben wohl erkannt, dass mit den egoistischen Spielchen Schluss sein muss. Das lässt hoffen. Auch die Menschen in den unterschiedlichsten Glücksspiel-Branchen haben sich endlich aufgemacht, miteinander zu reden und gemeinsame Ziele zu formulieren. Die Deutsche Automatenwirtschaft (DAW) war daran nicht ­unbeteiligt.

Gehen wir also mit Zuversicht ins neue Jahr. Die unterschiedlichsten Anstrengungen der Branche in Unternehmen und Verbänden können nicht unbelohnt bleiben. Davon bin ich überzeugt. Lassen Sie uns die Dinge vorantreiben. Manche Veränderung ist keine Entscheidung - das gilt ganz besonders für den Online-Bereich. Sie geschieht und trifft jeden. Wenn wir aber dort Veränderer werden, wo wir die Dinge beeinflussen können, und die Dinge mit Mut und Kreativität angehen, dann werden wir als Unternehmer und Unternehmen auch weiterhin gestalten und Erfolg haben können.

Das wünsche ich Ihnen und uns in 2020 – und bleiben Sie gesund.

Ihr Manfred Schlösser, Verleger games & business
schloesser@gamesundbusiness.de

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