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Corona-Krise

BA-Talk: "Mehr Mut haben"

Im Rahmen der Diskussionsrunde des Bundesverbands Automatenunternehmer am 30. März zum Thema Corona-Krise appellierten die Teilnehmer an die Politik, "mehr Mut" zu haben. Branchen mit guten Hygienekonzepten wie die Automatenbranche sollten öffnen dürfen.

Verfechter von harten Lockdowns und Betriebsschließungen suchte man im Rahmen der Online-Diskussionsrunde des Bundesverbands Automatenunternehmer (BA) am 30. März zum Thema "Corona und kein Ende – Wie kommen Automatenunternehmen durch die Krise?" vergeblich. Der Präsident des Bundesverbands der Dienstleistungswirtschaft (BDWi), Michael H. Heinz, brachte den herrschenden Konsens unter den Teilnehmern auf den Punkt: "Wir können diese Industrienation nicht noch monatelang herunterfahren. Was wir derzeit machen, ist widernatürlich." Heinz appellierte an die Politik, "mehr Mut zu haben". Branchen mit guten Hygienekonzepten sollten ihren Betrieb wieder aufnehmen dürfen.

Mut haben, sich etwas trauen. Auch Sebastian Czaja, Vorsitzender der FDP-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus (Foto), hält dies für die richtige politische Marschroute. Nach einem Jahr Pandemie sei man in vielen Bereichen "schlauer" geworden. Beziehe man diese neuen Erkenntnisse nicht in die politische Entscheidungsfindung ein, könne dies zu "gesellschaftlichen Kippmomenten" führen. Denn: "Der Erschöpfungszustand in der Gesellschaft ist sehr groß." Konkret plädierte Czaja dafür, sich viel stärker und vor allem kritisch mit der Frage des Inzidenzwerts auseinanderzusetzen. "Der ausschließliche Blick auf den Inzidenzwert muss geweitet werden, sonst drohen Dauerlockdowns über Monate", so Czaja. Statt den Inzidenzwert in der Vordergrund zu rücken, müsste die Politik Czajas Ansicht nach "Kenntnisse über Infektionsgeschehen zum Maßstab nehmen". Im Klartext: "Wir müssen uns trauen, mit entsprechenden Hygienekonzepten mit der Pandemie zu leben."

Gerade was Hygienekonzepte betrifft, ist die Automatenbranche sehr gut aufgestellt. Die Geschäftsführerin des BA, Simone Storch, erinnerte an die "sehr gut ausgearbeiteten" Konzepte. Zudem seien Spielhallen grundsätzlich "keine Infektionstreiber", was unter anderem auch an gesetzlichen Auflagen wie der Reduzierung der Geräte liege. Georg Stecker, Vorstandssprecher der Deutschen Automatenwirtschaft (DAW), pflichtete Storch bei: "Wir sind als Branche für die Wiedereröffnung sehr gut vorbereitet. Unter anderem werden wir auch von einem Fraunhofer-Gutachten gestützt."

Bedauerlicherweise würden politische Entscheidungen über Öffnungen nicht ausschließlich nach harten Kriterien wie Hygienekonzepten und Kenntnissen über Infektionsrisiken getroffen, sondern häufig auch auf moralischer Grundlage, gaben einige Teilnehmer der Veranstaltung zu bedenken. Stecker warnte die Politik davor, "pseudomoralische Wertungen" bei der Frage der Wiedereröffnungen vorzunehmen. "Was brauchen jetzt die Menschen am dringendsten?" sei in diesem Kontext ein falscher Ansatz. Stecker erinnerte daran, dass die staatlich konzessionierten Spielhallen eine wichtige "gesellschaftliche Verantwortung" hätten. "Ihre Aufgabe ist es, den Spieltrieb der Bevölkerung in sichere, geordnete Bahnen zu lenken. Können sie das nicht gewährleisten, besteht eine konkrete Gefahr für die Gesundheit der Menschen. Spieler können in illegale Angebote ohne Spielerschutz abdriften." Auch BA-Präsident Thomas Breitkopf sprach hierzu Klartext: "Wir sind genau so systemrelevant wie andere Branchen."

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Foto: © Sebastian Czaja

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