Stefan Dreizehnter

Sie wissen, was sie tun

Städte gelten als Hort der Freiheit und Liberalität. Zumindest was die Automatenwirtschaft angeht, gilt das nicht mehr. Berlin, Hamburg und jetzt Bremen, die drei Stadtstaaten der Republik, sind in Sachen Geldspiel ex­trem restriktiv, für Spielgäste geradezu demütigend und wissenschaftlich hinterm Mond zu Hause.

Von Qualität bei der Regulierung will man hier nichts wissen. Dafür werden Abstandsregeln durchgesetzt, die das Automatengewerbe unmöglich machen. Das soll angeblich dem Spielerschutz dienen, wofür es aber absolut keinen wissenschaftlichen Beleg gibt. Das gibt Berlin ganz offen zu – ändert aber nichts.

Wenn es wenigstens nicht schaden würde. Aber auch das ist nicht der Fall. In den Citys ist das illegale Glücksspiel unterwegs. In Bremen gibt man die eigene Machtlosigkeit gegenüber den Illegalen zu – und macht ihnen auch noch den Weg frei, indem die legalen Unternehmen vertrieben werden. Und mit ihnen der Spieler- und Jugendschutz.

Dabei hatte Bremen inzwischen genügend Vorbilder dafür, wie man es richtig und gut machen könnte und was die Folgen sind, wenn man es anders macht. Deswegen gilt auch nicht die Ausrede, dass die Art der Bremer Regulierung halt leider unbeabsichtigt dem illegalen Spiel Vorschub leistet. Das ist nicht gut gemeint und schlecht gemacht. Das ist auch nicht: „Denn sie wissen nicht, was sie tun.“ Sie wissen es ganz genau. Deswegen ist das auch der Zeitpunkt, an dem abwägende Diplomatie am Ende ist und die Gerichte an der Reihe sind.

Stefan Dreizehnter

Chefredakteur games & business
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