Steffen Hanak

Unnötig und falsch

Das Saarland und Schleswig-Holstein sind nicht nur geografisch weit voneinander entfernt. Auch politisch ist der Abstand zwischen dem kleinsten deutschen Flächenland an der französischen Grenze und dem Land zwischen den Meeren im Norden der Republik groß. Das wird besonders deutlich bei der Umsetzung des neuen Glücksspielstaatsvertrags in Landesgesetze.

In Schleswig-Holstein sind aus Vertretern der Landespolitik und des dortigen Automaten-Verbands Gesprächspartner geworden. Sie hören einander zu, schätzen einander und bekämpfen gemeinsam das illegale Spiel. Hier werden die Vorgaben des Glücksspielstaatsvertrags genutzt, um mit qualitativen Vorgaben dem legalen Spiel die unternehmerischen Entfaltungsmöglichkeiten zu bieten, die es braucht, um im Kampf gegen illegale Angebote bestehen zu können. Beide Seiten, Politik und Automatenunternehmer, begegnen sich mit Respekt und auf Augenhöhe. Da fällt es einem Politiker auch nicht schwer, die Automatenunternehmer zu loben, dass sie „ehrbare Kaufleute und Steuerzahler“ sind.

Im Saarland sind aus der Landesregierung ganz andere Töne zu hören. Da wird schwadroniert, Spielhallen wüchsen „wie Pilze aus dem Boden“. Tatsächlich ist es genau umgekehrt. Zwischen 2012 und 2022 sank die Zahl der Spielhallenkonzessionen an der Saar von 267 auf 121 und hat sich damit mehr als halbiert. Dafür blüht mittlerweile das illegale Spiel. Deshalb wäre es geboten, über klare qualitative Vorgaben im Landesgesetz ein legales und kontrolliertes Spielangebot zu erhalten und entschieden gegen das illegale Angebot vorzugehen. Stattdessen scheint die saarländische Landesregierung das gewerbliche Spiel insgesamt bekämpfen zu wollen.

Ein solcher Kampf wäre unnötig und falsch. Schleswig-Holstein und andere Bundesländer mit Glücksspielgesetzen, die an Qualität orientiert sind, zeigen, wie es geht. Staatlich konzessionierte Spielhallen, die legales Spiel nach klar definierten und überprüfbaren Vorgaben anbieten, bieten Spielgästen einen geschützten Raum. Der Glücksspielstaatsvertrag eröffnet allen Bundesländern die Chance, diese Qualität zu nutzen. In der ganzen Republik!

Steffen Hanak, stellv. Chefredakteur games & business

[email protected]