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Köln

Grand Casino

Edle Ausstattung, kuschelweiche Teppiche, ein durchdachtes Farbkonzept und eine in der Spielstättenkultur bislang einmalige Klima- und Belüftungstechnik: Das im Februar neu eröffnete Grand Casino in Köln ist in vielen Details anders.


Fast auf den Tag genau vor genau einem Jahr war Josef Ettelt fassungslos: „Mein Spielstätte ist weg“, meldete er sich knapp bei games & business am Telefon. „Die ist im Loch!“ Das „Loch“, das war das eingestürzte Stadtarchiv in Köln. Und genau das hatte bei seinem Einsturz in den U-Bahn-Tunnel Ettels direkt daneben liegendes Entertainmentcenter mitgerissen – drei Wochen später hätte es eigentlich den Golden Jack erhalten sollen. Die Akte „SpielArena“ - so der Name der verschwundenen Spielstätte – ist für Ettelt noch längst nicht geschlossen: „Es ist zwar schon viel reguliert worden, aber das dauert noch an.“

Doch der umtriebige Kölner hatte da gemeinsam mit seinem Partner Horst-Peter Delil schon ein halbes Jahr Vorbereitungszeit in ein neues Vorzeigeprojekt gesteckt: 18 Monate dauerte es insgesamt, bis das „Grand Casino“ vom ersten Entwurf zur Vorzeige-Spielstätte reifte. Der 1200 Quadratmeter großer Spielepalast mit zwei Etagen liegt mitten in der Kölner Innenstadt. „Die exponierte Lage ist einfach einmalig“, schwärmt der 46-Jährige von seinem neuen Projekt. Einige Verzögerungen gab es dennoch in der Vorbereitungsphase hinzunehmen: „Der Besitzer musste das gesamte Haus noch sanieren, auch der ganze Keller war marode.“ In dem mehrstöckigen Innenstadt-Gebäude sind sonst ausschließlich Büros untergebracht.


Jeder Raum anders 

Der Auftrag für die Bauplanung und Herstellung ging an die Objekteinrichter Canibol & Seibel (www.canibol.de). Inhaber Hans-Josef Canibol und Diplom-Designer Dominik Goertz entwarfen ein eigenes Farbkonzept für die Spielstätte, jede Konzession ist in einen anderen Farbton getaucht: „Das ist eine komplett neue Casinoeinrichtung, die wir entwickelt haben“, erklärt Designer Goertz. „Das hatten wir als Musterobjekt gebaut und den Betreibern gefiel das so gut, dass wir das in Köln bauen konnten.“ Die Liebe zum Detail ging bis in die letzte Teppichfaser: „Der Teppich ist so weich, dass wir ihn intern ‚Wolke Sieben‘ getauft haben“, lacht Goertz. „Der macht ein richtig schönes Laufgefühl.“


Getrennte Raucherbereiche

Bis ins Detail ausgeklügelt war auch das Konzept zum Nichtraucherschutz: „Wir haben komplett eigene Nichtraucher- und Raucherbereiche, und zwar bevor so etwas gesetzlich vorgeschrieben ist. Die Bereiche sind bereits komplett mit Glaswänden getrennt“, erklärt Mitbetreiber Ettelt. So stehen je Konsession acht Geldspieler im Raucher-, vier im Nichtraucherbereich. Geplant und umgesetzt hat die dafür notwendige Klima- und Lüftungstechnik die Firma Tekloth (www.tekloth.de) aus Bocholt. Jörg Andres, Fachplaner bei Telkoth: „Die verbaute Klimaanlage ist im Casinobereich wirklich einmalig“, sagt er. „Es gibt keine zusätzliche Fernwärme- oder Ölheizung, es wird alles über die Klimaanlage geregelt.“ Die Technik dieser mehrstufigen Wärmerückgewinnung verbaut Telkoth seit rund sechs Jahren bei Kunden wie Deichmann oder Roland Schuhe - „da ist diese Technik inzwischen Standard“ -, Spielstätten mit dieser Technik auszurüsten, ist laut Andres aber Neuland: „Jeder Raum hat sein eigenes Klimagerät, temperiert auf 0,5 Grad genau. Und es lässt sich auch überschüssige Wärme aus der einen Konzession für das Heizen einer anderen nutzen. Ökologisch ist so eine Anlage die sinnvollste Lösung, das spart 30 bis 40 Prozent Energie.“


Internet soll folgen

Zum Angebot des Grand Casino, das am 4. Februar seine Eröffnung feierte, gehören zur Zeit ausschließlich Geldspieler und Unterhaltungsgeräte. An Billiardtischen ist das Kölner Automaten-Duo nicht interessiert, dafür sollen in den nächsten Wochen einige Internetterminals installiert werden.

Übrigens: Alles, was bei Ettelt und Delil auf der Karte steht – und das sind neben Kaffee, Cola, Wasser, Limo auch kleine Snacks und Knabbereien – ist komplett kostenlos erhältlich. Und im Grand Casino gibt es auch nur eine Stunde Pause – die Spielstätte hat von morgen sechs bis fünf Uhr am nächsten Morgen 23 Stunden nonstop geöffnet.