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Essen

Magic Casino

Kleine Spielstätten haben keine Chance mehr, heißt es. Wolf-Dieter Liese tritt mit seinem Magic Casino den Gegenbeweis an. Das kleine Schmuckstück im Herzen Essens besteht mit Niveau gegen die deutlich größere Konkurrenz.

 
 
 


Wolf-Dieter Liese redet nicht lange drum herum. Am 10. September 2008 wurde das Magic Casino im Herzen Essens eröffnet: „Und drei Wochen später sind wir schon sehr nahe am Zielumsatz. Da hatten wir mit anderen Sandorten schon deutlich mehr zu kämpfen. Wir werden Anfang 2009 dort sein, wo wir mit dem Magic Casino hin wollen.“ Womit von Anfang an geklärt ist, dass auch ein Mini Money machen kann. Denn das Magic Casino ist eine Einer-Konzession. Und damit etwas, was es in der Branchendiskussion eigentlich gar nicht mehr gibt.


Guten Platz schaffen

Klein, aber fein - man muss sich schon gewaltig anstrengen, um das abgedroschene Klischee für das Magic Casino in Essen nicht zu benutzen. Es trifft nämlich genau zu. Zumindest, wenn man die üblich gewordenen Maßstäbe nimmt, die inzwischen in der Branchenöffentlichkeit angelegt werden. Unter einer Spielstättengröße von drei Konzessionen aufwärts wird da fast nicht mehr diskutiert. Was allerdings auch bedeutet, dass an der Branchenrealität komplett vorbeigeredet wird. Über 90 Prozent der Spielstätten in Deutschland haben eine oder zwei Konzessionen. Das Magic Casino spielt damit in der Liga der überwältigenden Mehrheit. Aber hier ganz oben.

„Ich wollte einen Platz schaffen, an dem man gerne ist und sein will“, umreißt Wolf-Dieter Liese seine einfache Ursprungsidee vom Magic Casino. Den Ort dafür hatte er schon. Wo heute die Spielstätte ist, war vorher ein Wettbüro, das er zusammen mit Partnern betrieb. Die schwankenden Planken in Sachen Rechtslage ließen dieses Unternehmen aber als wenig zukunftsträchtig erscheinen. Also wurde wieder die Option Spielstätte gezogen.


Chic und Charme

Zum Wo musste allerdings das Wie kommen. Hier wurde Liese auf der IMA 2008 fündig. Der Messestand von arte Ladenbau tat es ihm dermaßen an, dass er ihn vom Fleck weg kaufte. Das war sowohl für Liese als auch für arte Ladenbau ein Win-win-Deal. Für das Magic Casino erwies es sich als echter Wurf. Auch auf kleiner Fläche kann internationales Gaming-Flair vermittelt werden. Und gleichzeitig wird bewiesen, dass ein Platz, „an dem man gerne sein will“, nicht zwangsläufig in die Provinzialität abdriften muss. Chic und Charme lassen sich auch in kleinerem Rahmen verwirklichen.

Wobei klein eine relative Größe ist. Auf die Aufteilung der Fläche kommt es eben an. Wolf-Dieter Liese hat sich beim Magic Casino für eine bemerkenswerte Zweiteilung entschieden. Die deutlich größere Fläche nimmt ein Gastbereich ein, der mit Geldgewinnspiel überhaupt nichts zu tun hat. Wer das Magic Casino betritt, kommt zunächst in eine große Lounge, die optisch wie farblich von einer eindrucksvollen Theke dominiert wird. Sitzgruppe, großer TV-Flatscreen und eine Internet-Bar mit Frei-Terminals unterstreichen den Lobby-Charakter. Hier hält man sich wirklich gerne auf.


Geräte on top

Für das Spiel ist der rückwärtige Teil des Magic Casinos reserviert. Er ist kleiner, abgetrennt und dient gleichzeitig als Raucherraum - eine ideale Lösung. Das Spiel­angebot erstreckt sich ausschließlich auf Multigamer. „Etwas anderes kommt bei dem Namen Magic Casino auch nicht in Frage“, so Liese. „Der Anspruch muss auch eingelöst werden.“

Es ist freilich nicht nur der eigene Anspruch. Und auch nicht nur der Anspruch, den der Markt inzwischen generell stellt. Das Magic Casino ist selbstverständlich nicht die einzige Spielstätte im Zentrum Essens. Ganz im Gegenteil, in unmittelbarer Nachbarschaft sind ein großer Filialist und eine weitere Groß-Konzession zu Hause. Das sind Bedingungen, zu denen nicht jeder das Wagnis einer dritten Spielstätte  mit nur einer Konzession eingegangen wäre.


Paket muss stimmen

Wolf-Dieter Liese versichert aber, dass ihn das zu keinem Zeitpunkt abgeschreckt habe. Zum einen glaubt er daran, dass Konkurrenz ganz allgemein das Geschäft belebt. „Ein gutes Angebot zieht immer auch noch mehr Leute an“, ist er überzeugt und sieht sich von der Geschäftsentwicklung des Magic Casinos bestätigt. Und zum anderen hält er auch kleine Betriebe - unter den richtigen Bedingungen - für absolut konkurrenzfähig. Am Beispiel Magic Casino zählt er auf: „Die Lage ist adäquat zu der des Wettbewerbs. Unsere Ausstattung kann mehr als nur mithalten. Das Geräteangebot ist top. Und auf die Auswahl und Schulung des Personals lege ich größten Wert.“ Damit bekomme der Kunde im Zentrum Essens das attraktive Angebot, zwischen der Atmosphäre von größeren Anlagen oder dem privateren Ambiente einer kleinen Spielstätte zu wählen. Dass es diese Kunden gebe, daran bestehe kein Zweifel. „Wo soll der Nachteil einer kleineren Spielstätte liegen?“, fragt Liese, der sich auch betriebswirtschaftlich nicht im Hintertreffen sieht. „Was die anderen an Aufwand und Zauber veranstalten müssen, kompensieren wir mit geringeren Kosten vor Ort und weniger Overhead.“

Wolf-Dieter Liese ist meilenweit davon entfernt, die Einer-Konzession als den Königsweg der Branche zu sehen. Aber er ist auch nicht bereit, in den Abgesang auf die kleinen Betriebe einzustimmen. Dafür gebe es absolut keinen Grund, wenn die Voraussetzungen stimmen. Aber das sei schließlich schon immer Bedingung gewesen. Um eine Erkenntnis kommt man seiner Meinung aber immer weniger herum: „Selbstläufer gibt es keine mehr. Aber unter den richtigen Bedingungen ist es das Ausstattungs-Niveau, das den Erfolg einer kleinen Spielstätte ausmacht - nichts anderes.“ Was eine klare Ansage gegen Zukunftspessimismus im Markt ist. Denn der besteht zu über 90 Prozent aus Einer- und Zweier-Konzssionen.

(Quelle: games & business, November 2008)