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Riga

Zilais Dimants/Dimants Bingo

In den Spielstätten Lettlands ist vieles anders als in Deutschland. Es gibt auch Ähnlichkeiten,  zum Beispiel die Inneneinrichtung. Wir besuchten das Unternehmen DLV, welches Spielhallen betreibt, Spiele entwickelt und Automaten verkauft.

 
 

 

 


Die Brivibas Iela, die Straße der Freiheit, verbindet das schmucke Stadtzentrum der lettischen Hauptstadt Riga mit den etwas weniger gepflegten Vorstädten. Auf dem halben Weg liegt die Nummer 96, dort ist die Spielstätte Dimants Bingo der Kette Zilais Dimants, deutsch: Blauer Diamant. Sie gehört zum lettischen Unternehmen DLV, dass außer Spielstätten zu betreiben auch Spiele entwickelt, Automaten produziert und auch bei Sportwetten und iGaming aktiv ist.

 

Keine Einsatzbeschränkung

DLV betreibt etwa 50 der insgesamt 323 Spielstätten in Lettland. Dazu gehören sowohl reine Spielhallen mit Automaten als auch Casinos mit großem Spiel. Damit ist DLV der drittgrößte Anbieter in der Baltenrepublik. Die größte Kette ist Fenikss, die zum Novomatic-Konzern gehört. Auch in den Zilais Dimants-Hallen stehen Geräte von Novomatic. „In Lettland mussen Automaten verschiedener Hersteller in einer Halle stehen“, sagt Julija Barbakadze, verantwortlich fur die Internationale Kommunikation bei DLV. Fur Geräte gibt es in Lettland nur sehr uberschaubare Beschränkungen. Die Begriffe „maximaler Gewinn“ und „maximaler Verlust“ pro Stunde sind unbekannt. Es gilt sogar die Regel, dass mindestens 20 Automaten pro Standort aufgestellt sein müssen. Die Kehrseite dieser Liberalität sind die hohen Gebuhren: „Eine Konzession zu erhalten kostet hier 427.000 Euro“, berichtet Barbakadze. Die jährliche Bestätigung kostet weitere gute 35.000 Euro. Dazu kommen pro Jahr Gebuhren von etwa 3.000 Euro pro Gerät. Das führt dazu, dass der Markt unter relativ wenigen großen Unternehmen aufgeteilt ist. 

Geringe Kaufkraft

Die potenzielle Kundschaft der Spielhallen ist allerdings nicht besonders liquide: Die  durchschnittliche Kaufkraft liegt in Lettland bei etwa knappen 7.000 Euro pro Kopf und Jahr, in Riga bei 8.000 Euro. Daher ist der Markt in Lettland bereits recht eng. Die Spielstätten suchen nach neuen Impulsen. In der Brivibas Iela versucht DLV, einen Bingo-Saal zu etablieren. „Bingo hat hier keine Tradition, es ist nicht einfach, damit Erfolg zu haben“, erklärt Barbakadze. Im Dimants Bingo funktioniert es dank großem Platzangebot. Mehr als die Hälfte der Halle ist dem Bingo gewidmet. Die Abteilung mit den Spielautomaten ist am Eingang. Dahinter liegt ein großer Saal mit opulenter, zentraler Theke.

Gewinne im Vorort

Großformatige Bilder an der Wand zeigen Casinos in aller Welt, an der Decke sind  Glückssymbole zu sehen. Die Halle ist im Casino-Stil eingerichtet, vergleichbar mit dem Stil, der vor einigen Jahren auch in Deutschland modern war. Auch in Lettland ist die Mode  inzwischen vorbei, es hat sich einiges geändert. „Tatsächlich ist hier in der Nähe des Zentrums der Umsatz mitAutomaten etwas geringer geworden. Die Spielstätten am Stadtrand laufen heutzutage.

Neuer Look

Sie lässt es sich nicht nehmen, noch eine frisch renovierte Spielhalle im Rigaer Vorort Zolitude zu zeigen. „Dort machen wir vor allem nachmittags gute Umsätze, wenn die Menschen von der Arbeit heimkommen“, erklärt Filialleiterin Valentina. In der Spielhalle, gelegen in einem kleinen Einkaufszentrum, herrscht eine nüchterne Stimmung. Simpel gestrichene Wände, einfacher Teppich, ein kleiner Gastro-Bereich. Die Service-Mitarbeiter werden, wie in allen DLV-Hallen, zentral ausgebildet. Auch das Essen wird an einem Standort zubereitet und dann an alle Zilais Dimants-Spielhallen verteilt. Alkoholhaltige Getränke sind reichhaltig im Angebot. Allerdings sind die Preise nicht niedrig. Im Gastro-Bereich finden sich auch zwei große Bildschirme und ein Sportwettterminalbot. „DLV hat ein eigenes Sportwettenund Online-Casino-Angebot. Dort testen wir unsere Spiele und entwickeln sie weiter“, berichtet Barbakadze.

 

Internationale Messen

Die DLV-Spiele laufen auch auf großen Jackpot-Anlagen, die in Hallen ein optisches Highlight darstellen. Die Automaten montiert DLV selbst, die Gehäuse kommen aus Ostasien. DLV will mit seinen Produkten vor allem in Südamerika expandieren. Expansion ist ohnehin ein Thema. „Wir haben zurzeit etwa 400 Angestellte, davon 50 in der Entwicklungsabteilung“, erklärt Barbakadze, „die Zahl wächst ständig“. Momentan bereitet sich DLV auf die G2E-Messe in Las Vegas vor. Dort will man seine Fähigkeiten ebenso präsentieren wie auf der ICE in London. Der deutsche Markt ist für DLV aktuell nicht interessant, meint Barbakadze. Aber: „Wenn games&business-Leser in Lettland sind – kommen Sie doch auf ein Spiel bei Zilais Dimants vorbei.“


(Quelle: games & business, September 2015)