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Bremerhaven

Play Lounge

Sie haben es wieder getan: Automatenunternehmer Detlev Graß und Olaf Hibben von Raumkonzepte Hibben haben zusammen eine Spielhalle in Bremerhaven renoviert. Die Zukunft der Nach-TR 5-Ära sieht Graß allerdings nicht positiv.

 
 
 


Fast 40 Jahre ist Detlev Graß nun schon in der Automatenbranche tätig, davon seit 25 Jahren bei der Bührmann Gruppe. Graß war bereits als Jugendlicher von Automaten fasziniert und fuhr mit 18 Jahren als gelernter Radar- und Funk­elektroniker bereits alleine zu Reparaturen. Er hat seinen Beruf also von der Pike auf gelernt. Heute ist Detlev Graß Geschäftsführer und in drei Unternehmen aktiv, betreut 40 Konzessionen an 34 Standorten in und um Bremen und Bremerhaven, hoch bis zur ostfriesischen Küste. Sein neuestes Objekt: Die Play Lounge in Bremerhaven.

Guter Service und Wohlfühlambiente

Im Juli 2019 wurde die Play Lounge nach der Renovierung durch Raumkonzepte Hibben neu eröffnet. „Die Chemie zwischen uns stimmt einfach. Wir wissen immer, wohin wir einrichtungstechnisch wollen“, erzählt Olaf Hibben. Und Graß ergänzt: „Es ist mir wichtig, dass zu uns sowohl der Handwerker im Blaumann als auch derjenige in Schlips und Kragen kommen kann; wer bei uns spielt, soll sich wohlfühlen.“ Guter Service und eine angenehme Atmosphäre sind ihm am wichtigsten. „Eine Besonderheit in der Play Lounge ist die Aufteilung der Spielhalle in einen Raucher- und in einen Nichtraucherbereich. Im Raucherbereich stehen fünf Geldspielgeräte, im anderen sieben“, sagt Olaf Hibben weiter. In der Play Lounge in Bremerhaven ist der Empfangs- und Loungebereich großzügig gestaltet worden. Viel Wert legt Graß auch auf hochwertige Einrichtungsgegenstände.

Ernüchterung nach einem Jahr TR 5

Detlev Graß engagiert sich seit vielen Jahren politisch, auch in seiner Funktion als 1. Vorsitzender des Nordwestdeutschen Automaten-Verbands. Die Umstellung auf die neue technische Richtlinie sei ein Kraftakt gewesen, so Graß. „Seit letztem Jahr schulen wir alle Mitarbeiter regelmäßig, ich mache das selbst: Für unsere Teamleiter gibt es alle acht Wochen eine Schulung, alle sechs Monate werden alle Teams, also alle Mitarbeiter, von uns zu TR 5 geschult. Auch noch nach einem Jahr sehen wir bei ihnen gewisse Wissenslücken, die wir schließen wollen.“ Nach einem Jahr TR 5 zeigt sich Graß ernüchtert: „Nach einem Jahr mit der neuen Spielverordnung kann ich sagen, dass wir das Vertrauen der Gäste massiv verloren haben. Unsere Gäste sind viel in das illegale Online-Spiel und in den Schwarzmarkt abgewandert.“ 
Könnten unterschiedliche Glücks­spiel­angebote unter einem Dach angeboten werden – das sogenannte Pooling –, sähe die Situation der Unternehmer schon anders aus, so Graß. Denn durch das weitgefächerte Angebot könnte man seinen Gästen wieder mehr Spielspaß anbieten. Und: „Den besten Spielerschutz gibt es doch bei uns, in den Spielhallen!“, ist Graß überzeugt. „Wir haben große Umsatzeinbußen. Ich sehe die Zukunft unter diesen Voraussetzungen nicht gerade rosig. 2021 kommt die Stunde der Wahrheit. Dann wird komplett auf die sogenannten V2-Geräte umgestellt sein. Dann wird sich zeigen, wo der Weg hingeht“, so Graß.

Keine Lippenbekenntnisse mehr

Leider sei für die Politik das Glücksspiel eine heiße Kartoffel, die sich keiner so richtig traue, anzufassen. „Von Lippenbekenntnissen habe ich wirklich genug. Ich wünsche mir endlich eine Regulierung mit Augenmaß!“, so Detlev Graß abschließend.

(Quelle: games & business, November 2019)