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Straubing

Spielodrom

Mit zwei Flügeln und Kronleuchtern empfängt das Spielodrom in Straubing seine Gäste. Roland Horend, Geschäftsführer von Casino 3000 Deutschland, leitet 17 Spielhallen. Ihm ist wichtig, dass seine Gäste sich entspannen können.

 

Ruhig und kühl ist es in den Räumen des Straubinger Spielodroms. Von der Sommerhitze draußen merkt der Besucher nichts. Antikisierende Frauenbüsten lächeln von den Wänden herab, in der Ecke eines Raums steht ein mächtiger schwarzer Flügel. Weil aber jede der Damen aus Gips und der Flügel ein verstimmtes und daher auf Dekorationszwecke beschränktes Objekt ist, herrscht Stille.


Viele weibliche Gäste


Genau das ist Roland Horend, Geschäftsführer von Casino 3000 Deutschland, wichtig. „Ich möchte, dass meine Gäste sich wohlfühlen und ganz entspannt beim Spielen abschalten können“, betont der gebürtige Bayer. Aus diesem Grund verzichtet er in seinen Hallen auch auf Billardtische oder Dartsscheiben. Es gibt nur Geldspielgeräte. Im Spielodrom verteilen sich 32 Stück großzügig auf die 350 Quadratmeter der drei Räume. Die Musik aus den Lautsprechern bleibt akustisch im Hintergrund.
Eine Strategie, die besonders bei Frauen aufzugehen scheint. „Wir haben einen sehr hohen Frauenanteil unter den Gästen“, berichtet Horend. Auch die übrigen 16 Spielhallen – zwölf in Bayern, drei in Nordrhein-Westfalen und eine in Baden-Württemberg – sind in „vornehmer Casino-Atomsphäre“ gehalten. Diese „edle Note“ sei ein „bewusstes Gegensteuern gegen die Schmuddelecke, in die wir zu Unrecht gestellt werden“, erklärt Horend, der auch für die Gestaltung der Hallen zuständig ist. Die Kombination aus Kronleuchtern und Flügeln gibt es aber nur im Straubinger Spielodrom.


In der Branche zuhause


Die Umstellung auf TR5 sieht Horend als „Herausforderung“, Angst hat er jedoch nicht. Zwar könne es sein, „dass der ein oder andere die Lust verliert, aber in drei bis vier Monaten wird es sich einpendeln“, hofft der Bayer. Damit Spielgäste die Veränderungen wie etwa das eigenständige Umbuchen des Einsatzes nicht als zu „lästig“ empfinden, will ­Horend schon vor dem 11. November Geldspielgeräte nach TR5 in seinen Spielhallen aufstellen. Auch das Service-Personal soll bereits im Vorfeld geschult werden, um die Spielgäste an die Neuerungen heranführen zu können, „damit der Übergang nicht so abrupt ist“.  
Horend selbst hat ebenfalls bereits ­einige berufliche Wechsel hinter sich, ist aber der Branche stets treu geblieben. Als gelernter Fernsehtechniker landete er bei Geldspielgeräten, „weil es keine Automatentechniker gab“. 2001 wechselte er dann auf die Industrieseite, ­arbeitete zunächst im Produktmanagement von Bally Wulff und Gauselmann, bevor er zu McBee nach München wechselte, wo er später die Geschäftsführung übernahm und parallel dazu ein Studium der Betriebswirtschaft abschloss. Nach der Insolvenz von McBee übernahm Crown die Münchener Niederlassung, deren Leiter Horend für achteinhalb Jahre war.
Da er sich mit der Fusion von Crown und Löwen „nicht anfreunden konnte“, wechselte er als Geschäftsführer zu ­Casino 3000 Spielautomaten.


Keine Euphorie


Mit Blick auf TR5 und einen neuen Glücksspielstaatsvertrag ab 2021 sieht Horend die Zukunft der Branche „sicher nicht euphorisch“, gibt sich aber insgesamt zuversichtlich. „Wir legen sehr viel Wert auf Transparenz, Suchtprävention und qualitativ hochwertige Spielstätten, unsere bayerischen Standorte sind bereits alle TÜV-zertifiziert – so kann es auf Bundesebene weitergehen.“ | sh |

(Quelle: games & business, August 2018)