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Spielbanken üben Kritik

Warnung vor Online-Casino-Werbung

Wegen der Äußerungen eines YouTubers warnt der Deutsche Spielbankenverband (DSbV) vor Werbung für Online-Casinos.

Über das Videoportal YouTube habe ein Videoproduzent (YouTuber) unter dem Alias MontanaBlack erzählt, wie er auf einem Online-Casinoportal mehrfach hohe Gewinne erzielte, heißt es in einer Pressemitteilung des Deutschen Spielbankenverbands (DSbV).

Da andere Angebote dieses "Influencers" oft auch von Kindern und Jugendlichen genutzt würden, löste die Nähe zu illegalen Online-Casinos in der Nutzerschaft massive Kritik aus, berichtet der DSbV. Das deutsche Glücksspielrecht verbiete den Betrieb, das Marketing, aber auch das Spiel auf einer Plattform wie lapalingo.com.

"Es ist ein gutes Zeichen, dass Online-Nutzer es nicht akzeptieren, wenn ein YouTuber und Live-Streamer indirekt oder auch direkt für illegale Online-Casinos wirbt. Dies wiegt umso schwerer, wenn der Influencer entgegen dem Schein, selbst zu spielen, zusätzlich eine Abmachung mit dem Betreiber des in Deutschland nicht erlaubten Portals hat", sagt Otto Wulferding, Vorstandsvorsitzender des DSbV.

"Wenn Internet-Angebote der global player unkontrolliert verfügbar sind, gefährdet dies den öffentlichen Auftrag der staatlich-konzessionierten Spielbanken in Deutschland, illegale Spielangebote einzudämmen und sicheres Spiel anzubieten. Aktuell erleben wir einen nahezu rechtsfreien virtuellen Raum des Online-Glücksspiels", so Wulferding weiter.

Trotz der fehlenden Gesetzesgrundlage wächst der Markt für Online-Glücksspiel und Sportwetten im zweistelligen Prozentbereich, besonders präsent sind laut Pressemitteilung Anbieter aus dem Ausland. Eine Neugestaltung des Glücksspielrechtes steht weiter aus. So unterzeichneten die Ministerpräsidenten der Länder im Frühjahr 2017 zwar den Entwurf zum Zweiten Glücksspieländerungsstaatsvertrag. Er wurde jedoch nicht rechtswirksam, da nicht alle Bundesländer den Staatsvertrag bestätigten. Schleswig-Holstein stimmte nicht zu, so dass es keinen bundesweiten Konsens gibt hinsichtlich der Konzessionierung der Anbieter von Online-Casinos oder Online-Sportwetten.

"So kann ein Influencer offenbar unbehelligt ein Online-Casino bewerben. Dabei ist einerseits das Spiel selbst nach §285 StGB untersagt. Andererseits ist Werbung für unerlaubte Glücksspiele gemäß §5 des Glücksspielstaatsvertrags verboten", sagt Wulferding.

Er kritisiert ein Vollzugsdefizit, wenn etwa Wettanbieter öffentliche Werbung im Fernsehen machten, obwohl dies de jure eingeschränkt sei. Der Influencer berufe sich sogar darauf, dass ihm das Werbeverbot unbekannt sei, da im Fernsehen ja auch dafür geworben werde.

"Es besteht Regelungsbedarf. Denn es gibt Spielerschutzvorgaben und Werberichtlinien, die der Staat kontrollieren sollte und muss. Gerade dann, wenn Social Media und deren Protagonisten auch Kinder und Jugendliche erreichen", unterstreicht Wulferding.

Foto: Otto Wulferding warnt vor Werbung für Online-Casinos.

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