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Manfred Schlösser

Vollgas ist angesagt!

Um Werbung und Marketing ist es in den vergangenen Jahren in der Branche verdammt ruhig geworden.


Bei der Werbung hat der Gesetzgeber einen Riegel vorgeschoben, der nahezu jede Kreativität im Keim erstickt. Es darf gar nichts mehr gezeigt werden, was auch nur im Entferntesten einen Anreiz in Richtung Spielfreude erzeugen könnte. Da ist es schon ein Wunder, dass der Begriff "Spielhalle" geduldet, vielerorts sogar vorgeschrieben ist.

Wahrscheinlich ist den Wortschöpfern der Sauertopf-Fraktion nichts Besseres eingefallen. "Spiel" könnte ja ein Unterhaltungsversprechen sein. Deshalb wohl der völlig aus der Zeit gefallende Zusatz-Begriff "Halle", den man so schön in "Hölle" ummünzen kann. Werbung ist anders.

Wäre es überall beim Glückspiel so, beim großen und beim kleinen, man müsste es immer noch bedauern, sich aber nicht täglich ärgern. Etwa wenn man in Berlin auf dem Weg zum Flughafen im Taxi sitzt und an den ganzen Café-Casinos vorbeifährt, die in bester Las-Vegas-Manier klotzen und blinken. Steht man am Kofferband am Frankfurter Flughafen, so springt einen dort die Spielbank-Werbung an. Wer auf den Koffer warten muss, kann sich ihr nicht entziehen. Das laufende Transportband simuliert einen Roulette-Kessel und nennt ganz klar das Ziel: Frankfurt's Place to play, das "staatliche"Casino in Bad Homburg.

In der Zwischenzeit ist man natürlich schon mehrfach von Mr. Green und anderen per Mobile angemacht worden: "Suchen Sie Unterhaltung? 100 % Willkommensbonus + 200 Freispiele + tägliche Aktionen." Die Spielbank im Internet wirbt auf Teufel komm raus. Aber dieser illegale Spielplatz ist nicht alleine. Da sind noch die Angebote von: Genesis Casino, von Voodoo Dreams, von Slotty Vegas, von Leo Vegas, von Casino Secret und X anderen. Und der Gipfel der Unverfrorenheit: Auf der "Vergleichsplattform" Gamble Joe kann man sich, ähnlich wie bei Reise- und Hotelplattformen, die besten Internet-Casinos raussuchen. So zumindest das Versprechen. Sitzt man dann abends im Heimkino, so überfallen einen dort die Spiel-Anreize der Internet-Buden noch massiver und als TV-Spot noch wirkungsvoller.

Werbung für das Glücksspiel ist verboten. Dass ich nicht lache. Selbst der Drogenbeauftragten der Bundesregierung, Marlene Mortler, scheint der Geduldsfaden zu reißen: "Es wird geworben und gezockt, ohne dass irgendjemand etwas dagegen tut." Und an anderer Stelle: "Wir brauchen Regeln, die die Grenze zwischen halbwegs sauberem Spiel (ob wir das sind?) und den vielen in jeder Hinsicht windigen Angeboten klar und transparent ziehen."

Recht hat sie. Was andere tun, das darf uns ärgern, aber wir dürfen uns nicht und sollten uns auch nicht auf ähnlich glattes Eis begeben. Aber Kundenservice, Kunden-Dienst im wahrsten Sinn des Wortes, das kann man der Branche nicht verbieten. Nach dem ersten Schock von TR 5 müssen wir in dem Bereich sicher wieder eine Schippe drauf legen. Nicht alles ist verboten. Sponsoring ist noch erlaubt. Mit kleinen Aufmerksamkeiten darf man Kunden nach wie vor überraschen. Nett und freundlich darf man sein - jetzt ganz besonders.

Vieles aus dem Marketing-Topf in Sachen aktiver Kundenansprache wurde in den vergangenen Jahren zurückgefahren. Schließlich gab es den harten Wettbewerb der Expansionsjahre nicht mehr. Das hat mancherorts sparsam und sicher auch etwas müde gemacht. Jetzt ist der Wettbewerb wieder da. Vollgas ist angesagt. Die kommenden Monate entscheiden, ob uns die Spielgäste treu bleiben. Wer einmal weg ist, der kommt so schnell nicht wieder. Ich wünsche Ihnen für 2019 nicht nur in diesem Feld das richtige Händchen und ganz viel Erfolg. Bleiben Sie vor allen Dingen gesund und uns treu.

In diesem Sinne

Ihr Manfred Schlösser, Verleger games & business

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