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Manfred Schlösser

Vielleicht geht ja noch was

Nicht nur die Spielhallen der deutschen Hauptstadt stöhnen unter der rot-rot-grünen Regierung. An die 70 Prozent der Unternehmen Berlins sehen in der Politik ihr größtes Problem. Bei den Unternehmen der Automatenwirtschaft dürften es nahezu 100 Prozent sein, wenn von 496 Spielstätten 376 schließen müssen. Künftig wird es nur noch 120 Spielstätten auf 3,8 Millionen Einwohner geben. Das dürfte ein Weltrekord sein, auf den man aber nicht stolz sein muss. Stolz dürfte man allenfalls sein, wenn man es hinbekommen hätte, ein legales Angebot mit optimalem Jugend- und Spielerschutz zu schaffen. Berlins illegale Hinterhofbuden, getarnte Glücksspiel-Kneipen und Wohnzimmer-Spielhallen hätten dann in der Zukunft keine Chance mehr.

"Wir wollen nicht, dass unsere Kieze und Einkaufsstraßen vor allem aus Glückspielhallen bestehen", so begründete die Wirtschaftssenatorin und Politologin Ramona Pop (Grüne) die rigide Haltung der Stadt. "Hallo, wer will das denn?", ist die berechtigte Gegenfrage. Die Automatenwirtschaft ganz sicher nicht. Denn klar ist: Berliner Straßenbilder, die den Eindruck erwecken, als seien die Bedenken der Senatorin begründet, sind durch Schlamperei von Politik und Verwaltung entstanden, nicht durch die Automatenbranche. Casino-Cafés mit Las-Vegas-Reklame und andere illegale Angebote haben sich in der Bundeshauptstadt breitgemacht wie in keiner anderen Stadt Deutschlands. Auch ein Rekord – ein trauriger.

Und wie reagiert die Politik jetzt darauf? Sie macht das legale Spiel kaputt und schafft Raum für noch mehr Angebot, das sie bestimmt nicht will. Und das sehenden Auges, denn die Diskussion um das Automatenspiel zieht sich seit Jahrzehnten durch die politischen Themen der Stadt an der Spree. Besonders in den vergangenen zehn Jahren hat die Branche unablässig den Kontakt zu politischen Entscheidern gesucht, hat Ideen und Konzepte eingebracht. Ohne jeden Erfolg.

Nicht nur beim Thema Automatenspiel hat man das Gefühl, dass Ideologen bei Rot-Rot-Grün mindestens auf einem Auge blind sind. Unternehmer in der Bundeshauptstadt leiden und auch die Corona-Zeiten zeigen, dass andere Länder besser mit denen umgehen, die das Geld erwirtschaften. Verwaltung und Politik der Bundeshauptstadt haben einen denkbar schlechten Ruf und in fast jeder Krise bestätigen sie diesen. Wo Umerziehung vor Vernunft geht, kann man vielleicht nichts anderes erwarten.

Und trotzdem darf man den Kampf um ein sauberes Spiel in der Stadt noch nicht verloren geben. In den vergangenen Jahren wurden Politiker und Leute der Verwaltung mehr als einmal durch Spielhallen geführt, Grüne, Schwarze und Rote wurden zur Diskussion auf Kongresse geladen, Pressekonferenzen zum Thema gemacht und unzählige Informationsgespräche geführt. Das kann nicht alles wirkungslos verpufft sein. Die Interessenvertreter unserer Branche sind nicht zu beneiden. Immer wieder entmutigt, müssen sie immer wieder aufstehen und neue Kraft schöpfen.

Es lohnt sich, denn die Unternehmen der Branche sind es allemal wert. Wo ein Funke Hoffnung ist, da ist auch ein Funke Chance. Vielleicht kann man ein paar Gutwillige in der Politik wirkungsvoll zusammenführen. Die Hoffnung stirbt zuletzt, denn verantwortliche Politiker werden nicht mit den Ergebnissen dieser ignoranten Politik leben wollen – auch nicht bei Rot-Rot-Grün. Spätestens wenn das Illegale obsiegt, wird man sich nämlich verantworten müssen.

In der Hoffnung auf Erkenntnis

Manfred Schlösser, Verleger games & business
[email protected]

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