Dachverband

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4. Präventionstag

"Verbote funktionieren nicht!"

Der 4. Präventionstag in Wiesbaden fand auch bei den Referenten aus der Politik große Unterstützung.

"Wir wagen etwas, überwinden harte Vorurteile, ja manchmal sogar Tabus." Mit dieser Aussage eröffnete Georg Stecker, Sprecher des Vorstands der deutschen Automatenwirtschaft (DAW), den 4. Präventionstag in Wiesbaden. Die von der DAW ins Leben gerufenen und vom Bundesverband Automatenunternehmer organisierten Präventionstage bieten eine Plattform, auf der sich Vertreter aus den Hilfesystemen mit Vertretern der Glücksspielbranche austauschen. Kernthema ist der Spieler- und Jugendschutz.

Auch für die Referentinnen und Referenten aus der Politik stand in Wiesbaden der Spieler- und Verbraucherschutz im Mittelpunkt. Für Karin Wolff, MdL (CDU), Staatsministerin a.D. (im Bild links), steht die Fürsorge für den Gast im Mittelpunkt der Präventionsdiskussion: "Wir brauchen starke Menschen, die mit Genuss spielen. Nur dann, wenn die Unternehmen die Präventionsmaßnahmen nicht als Pflicht von außen empfinden, sondern als Fürsorge am Gast, wird der Spieler adäquat geschützt."

Jürgen Frömmrich, MdL, Parl. Geschäftsführer Bündnis 90/Die Grünen im Hessischen Landtag, wies auf den kontroversen und intensiven Dialog mit der DAW hin. "Die Prävention ist ein wichtiges Thema, es ist gut, dass sich die Automatenwirtschaft damit beschäftigt. Gemeinsam kämpfen wir gegen die Spielsucht. Unternehmer sollten die Prävention zum Teil des eigenen Wirtschaftens machen", betonte Frömmrich. Das unregulierte Online-Spiel sei ein Armutszeugnis für den Föderalismus in Deutschland. "Wir brauchen einen Markt, der den Anforderungen der europäischen Rechtssprechung Genüge tut."

Rahela Welp, Referatsleiterin der Glücksspielaufsicht und Gemeinsame Geschäftsstelle Glücksspiel im Hessischen Ministerium des Innern und für Sport, warb für eine grundlegende Neuordnung des Glücksspielmarktes. Minimalinvasive Änderungen des Gesetzes würden nicht reichen. Welp stellte die Leitlinien des Hessischen Ministeriums für die Regulierung vor: Casino und Pokerspiele gehören reguliert; es soll keine zahlenmäßige Begrenzung von Sportwettanbietern mehr geben; der Höchsteinsatz im Internet von 1.000 Euro gehöre abgeschafft; die Registrierung im Internet solle vereinfacht und der Realität angepasst werden; eine gemeinsame Anstalt des öffentlichen Rechts werde zur Kontrolle ebenso benötigt wie eine bundesweite, spielformübergreifende Sperrdatei, bei der die Länge der Sperrung selbstbestimmt festgesetzt werden könne.

Dass ein Verbot nicht funktioniere, sehe man an dem enorm stark wachsenden Markt des Online-Glücksspiels, so Welp. "Wir wollen den Online-Markt nicht liberalisieren, sondern regulieren." Nur so sei Jugend- und Spielerschutz gewährleistet. Ohne Regulierung gebe es auch keinen Schutz.

Mehr zum Präventionstag lesen Sie in der kommenden Ausgabe von games & business.

 

 

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