Dachverband

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Stefan Dreizehnter

Verantwortung zeigen

Als mit lautem Rumms Mitte März die Türen für alle Spielhallen und die Gastronomie ins Schloss fielen, waren zwei Dinge sofort klar. Die Zeit der Schließung wird nicht einfach. Und die Zeit, wenn es wieder aufgeht, wird noch schwieriger. Denn was mit einem Schlag zuging, geht jetzt nur Schritt für Schritt wieder auf.

Natürlich ist gut, dass es wieder losgeht. Aber das passiert nicht überall gleichzeitig. Und es gelten überall unterschiedliche Regeln – wenn überhaupt welche bekannt sind. Zugegeben – das ist nicht ideal. Wenn einheitliche Regeln fehlen, dann weiß man nicht so recht, woran man sich halten soll, und es macht sich rasch das Gefühl der Ungerechtigkeit breit. Das wird noch stärker dadurch, dass nicht alle zum gleichen Zeitpunkt öffnen dürfen. Einheitlichkeit ist halt irgendwie – ordentlicher.

Aber auch deutlich undifferenzierter, wenn man sich so ansieht, wie bei unseren zentralistisch organisierten französischen Nachbarn durchregiert wird. Unser Föderalismus heißt immer auch ein bisschen Unordnung. Dafür dann aber auch ein Stück mehr Freiheit. Es sind die 16 Bundesländer, die den liberalen Kurs der Öffnung jetzt durchgesetzt haben. Ob das eine Zentralregierung gemacht hätte, darf man zumindest bezweifeln.

Wenn manche Regeln fehlen, dann sei daran erinnert, dass es so etwas wie unternehmerische Selbstverantwortung gibt. Wer sich dann noch an das hält, was tatsächlich geregelt ist, dazu noch ein bisschen Zeitung liest und den Empfehlungen der Verbände folgt, der weiß zumindest zu 95 Prozent, was er zu tun und zu lassen hat. Da ist kein Raum für Ausreden. Leben wir also mit dem Stück Unordnung, das auch ein Stück Freiheit ist, und gehen damit verantwortungsvoll um. Und überhaupt: Wenn eine Branche mit dem Föderalismus auch in der Krise klarkommt, dann die Automatenbranche.

Stefan Dreizehnter, Chefredakteur games & business

[email protected]
facebook.com/gamesundbusiness

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