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Dehoga

Umfrage: Gastgewerbe bangt um Existenz

Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband Dehoga warnt vor dem Hintergrund einer Umfrage vor einer großen Pleitewelle und drängt auf schnelle Auszahlung und Korrekturen der Hilfsprogramme.

Vor zehn Wochen mussten die gastgewerblichen Betriebe schließen und dennoch haben viele Betriebe laut Dehoga immer noch keine Novemberhilfe erhalten. 75,5 Prozent der Gastronomen und Hoteliers bangen um ihre Existenz. Etwa jeder vierte Unternehmer zieht konkret die Betriebsaufgabe in Erwägung. Das sind Ergebnisse einer aktuellen Umfrage des Dehoga-Bundesverbands.

Nach dem Corona-Jahr 2020 seien die Konten leer bei weiterhin hohen Kosten. Von den am 28. Oktober zugesagten Novemberhilfen seien bei den Betrieben bisher nur Abschlagszahlungen angekommen – und bei vielen noch nicht einmal diese. Die ebenfalls angekündigten Dezemberhilfen stünden auch noch aus. "Die versprochenen November- und Dezemberhilfen müssen jetzt endlich bei allen Betrieben ankommen", drängt Dehoga-Präsident Guido Zöllick (Foto). "Insbesondere gilt es, jetzt Klarheit und längst überfällige Korrekturen bei den Hilfsprogrammen vorzunehmen – wie vom Dehoga seit Wochen gefordert. Das aktuelle Hilfschaos und die kaum noch zu überbietende Komplexität müssen beseitigt werden."

In einer Pressemitteilung fordert der Dehoga konkret:

1. Eine Anpassung des EU-Beihilferahmens. Damit könnte ein wesentlicher Beitrag zur Reduktion der Komplexität und Unverständlichkeit der Programme geleistet werden.

2. Keine Kürzungen der zugesagten Hilfen durch nachträgliche Änderungen der Fördervoraussetzungen. Dies betreffe die Überbrückungshilfen wie "offensichtlich auch" die November- und Dezemberhilfen.

3. KfW-Kredite mit mehr als sechs Jahren Laufzeit dürfen nicht zum Nennbetrag angerechnet werden.

4. Das 80:20-Erfordernis für Mischbetriebe und verbundene Unternehmen sei sachwidrig. Es könne nicht sein, dass Brauereigaststätten, Winzer mit Hotel und Gastronomie oder ein Restaurant, das Schulcatering betreibt, durch diese Regelung komplett durchs Raster fielen.

5. Es müsse endlich Klarheit darüber bestehen, wann nach welchen Kriterien große Unternehmen Anträge stellen können. Die größten Arbeitgeber der Branche dürften nicht im Stich gelassen werden.

Zöllick fordert mehr Tempo bei der Abwicklung der Hilfen. Nach den Ergebnissen der Umfrage hätten erst 68,1 Prozent der Betriebe Abschlagszahlungen von den Novemberhilfen erhalten und zwar in Höhe von durchschnittlich 10.927 Euro. "Die vollmundig versprochenen Hilfszahlungen für alle Betriebe sind überfällig", sagt Zöllick. Von März bis Dezember hätte das Gastgewerbe fast die Hälfte seiner Umsätze verloren. Laut Dehoga-Umfrage meldeten die Betriebe von März bis Dezember Umsatzeinbußen von 47 Prozent.

An der Umfrage des Dehoga-Bundesverbandes zur wirtschaftlichen Lage im Gastgewerbe beteiligten sich in der Zeit vom 4. bis 10. Januar 12.000 Betriebe.

© Foto: Dehoga Bundesverband/Svea Pietschmann

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