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Troika übernimmt VDAI-Führung

Überraschung: Gauselmann zieht sich zurück

Es war die Überraschung des Tages in Berlin: Nach 53 Jahren Verbandsarbeit und 38 Jahren VDAI-Vorstandsvorsitz nimmt sich Paul Gauselmann zurück. Ein Führungsteam übernimmt seine Aufgaben.

Das neue Führungstrio des VDAI besteht aus Dr. Daniel Henzgen (Löwen Entertainment), Lars Rogge (Bally Wulff) und Manfred Stoffers (Gauselmann AG). Nach einer Satzungsänderung wird dies der geschäftsführende Vorstand sein. Weitere Vorstandsmitglieder, die übrigens alle einstimmig gewählt wurden, sind Uwe Christiansen (Löwen Entertainment) und Christian Trenner (wh-Münzprüfer). Schatzmeister ist Theo Kiesewetter.

Uwe Christiansen wertete den Verzicht des bisherigen Kapitäns so: "Paul Gauselmann ist immer für eine Überraschung gut – dafür allerhöchsten Respekt. Unter seiner Branchenführung haben sich deren Umsätze verzwanzigfacht. Wir sind zu größtem Dank verpflichtet." Manfred Stoffers legte den Grad der Überraschung offen: "Bis gestern Abend war so etwas vielleicht absehbar, aber unvorstellbar." Zu Gauselmann gewandt sagte er: "Gott sei Dank muss sich ja niemand direkt mit Ihnen messen." Er unterstrich auch, dass man als Troika in Verbandsangelegenheiten wirklich gut zusammen arbeiten wolle: "Es war schon immer die Aufgabe einer Troika (Dreier-Pferdegespann) den Karren aus dem Dreck zu ziehen." Damit spielte er auf die derzeitige Situation des gewerblichen Spiels in Deutschland an, das sehr unter staatlicher Gängelei und Restriktion zu leiden hat.

Paul Gauselmann stellte klar, dass er mit nun fast 85 Jahren das Ruder nur aus der Hand gebe, weil er über Monate beobachtet habe, dass die drei hochkarätigen Manager in den drei führenden Unternehmen in Sachen Industrieverband sehr gut miteinander arbeiten können. "Wichtig dabei ist, dass sie sich persönlich gut verstehen – das ist Voraussetzung für erfolgreiche Arbeit." Manfred Stoffers unterstrich das: "Wir werden Ihr Prinzip der Beharrlichkeit in unserer Zusammenarbeit hoch halten."

So ganz wird Paul Gauselmann den VDAI aber nicht alleine lassen. Einstimmig wurde er zum Ehrenvorstand mit dem neuen Titel des Ehrenpräsidenten gewählt. Und wer ihn kennt, der weiß, dass er sich auch zu Wort melden wird – was er auch andeutete und was allgemein mit Heiterkeit, aber auch mit Wohlwollen begrüßt wurde. Schon in seinen Begrüßungsworten zur VDAI-Mitgliederversammlung hatte er klar gestellt: "Wir werden uns als Industrieverband mit unseren Interessen nicht hinten anstellen, wenn andere in der Branche bremsen wollen." Auch bei diesem Thema zeigte der VDAI die gewohnte Einigkeit.

Unser Bild: Der neu gewählte VDAI-Vorstand mit dem frisch gekürten Ehrenpräsidenten Paul Gauselmann.

Ausführliche Berichterstattung über die VDAI-Mitgliederversammlung in der Juli-Ausgabe von games & business.

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