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Regulierung

Sportwetten: "Realitäten anerkennen"

Der Deutsche Sportwettenverband spricht sich für eine Grundsatzreform der deutschen Glücksspielregulierung aus.

Der Deutsche Sportwettenverband (DSWV) appelliert im Zusammenhang mit der Jahres-Ministerpräsidentenkonferenz am 24. und 25. Oktober für eine Grundsatzreform der deutschen Glücksspielregulierung. Diese müsse "gesellschaftliche Realitäten" anerkennen und ein "rechtssicheres Fundament für bestehende Märkte" schaffen.

Die Mitglieder des DSWV betrachten mit Sorge die Verhandlungen um eine Anschlussregulierung nach 2021, auch weil viele im Länderkreis diskutierten Regulierungsvorhaben mehr Gefahren als Chancen für den Spielerschutz mit sich bringen, heißt es in einer Pressemitteilung des DSWV. Scheitert die Verständigung auf einen "großen Wurf", droht dem DSWV zufolge ein weiteres Ausufern des unregulierten Marktes: "Verbraucherschutz und Regulierung schließen sich nicht aus. Nur wenn die Politik die bestehenden (Online-)Märkte in einen regulierten Rahmen überführt, greifen die Spieler- und Verbraucherschutzmaßnahmen weiter. Die ohne Not vorgeschlagenen Einschnitte beim Sportwettprogramm, künstliche Barrieren in Form eines anbieter- und spielformübergreifenden Limits und eine Fortführung der Verbotspolitik beim Online-Spiel würden lediglich Kunden zu nicht regulierungswilligen Anbietern in den ungeschützten Schwarzmarkt drängen", so DSWV-Präsident Mathias Dahms.

Die vorgeschlagenen Maßnahmen beruhen laut DSWV auf dem Irrglauben, dass die Verfügbarkeit eines hinreichend attraktiven Spielangebots und die gleichzeitig wachsende Nachfrage automatisch zu einem erhöhten Suchtrisiko führen. Dabei werde vollkommen vernachlässigt, dass sich aus wissenschaftlicher Perspektive eine besondere Gefährlichkeit des Online-Glücksspiels nicht belegen lässt. Zudem würden die von den Glücksspielaufsichten und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) erhobenen Zahlen ignoriert, die eben jene Befürchtungen widerlegten.

Der Markt für Online-Wetten und Online-Spiele hat sich in Deutschland zwischen 2009 und 2017 nahezu verfünffacht, so der DSWV. Die BZgA belege in Studien, dass das explosive Wachstum des Online-Glücksspielmarktes zu keinen zusätzlichen Suchtproblemen geführt hat. "Verbote sind aus Verbraucherschutzperspektive nicht notwendig und gefährden das Kanalisierungsziel des Glücksspielstaatsvertrages. Dem Spielerschutz wird ein Bärendienst erwiesen, wenn Spieler zukünftig nicht mehr im regulierten Markt aktiv sind und in den ungeschützten Schwarzmarkt abwandern", schlussfolgert der DSWV.

Und weiter: "Die BZgA überwacht die Zahl der problematischen und pathologischen Spieler sorgfältig und hat seit 2008 fünf Studien mit jeweils rund 10.000 Teilnehmern durchgeführt. Eine Erhöhung der Anzahl der Spielsüchtigen ist allerdings nicht feststellbar. Stattdessen ist der Anteil der Personen mit glücksspielbezogenen Problemen an der deutschen Bevölkerung heute niedriger als in 2009."

"Die Kanalisierung der bisher unregulierten Spielangebote in einen regulierten Markt muss das vordringliche Ziel eines neuen Glücksspielstaatsvertrags sein. Dabei müssen die Angebote so attraktiv sein, dass die Verbraucher sie gegenüber dem Schwarzmarkt bevorzugen", so Dahms.

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