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Online-Konferenz

Spobis: "Staatsvertrag droht zu scheitern"

Die Online-Konferenz "Spobis Special: Sportwetten & Glücksspiel" am 29. April beleuchtete die neue Glücksspielregulierung in Deutschland und deren potenzielle Folgen für Sport und Sponsoring.

Der neue Glücksspielstaatsvertrag droht zu scheitern, bevor er überhaupt in Kraft getreten ist. Darüber waren sich die drei Teilnehmer der ersten Diskussionsrunde – Dr. Dirk Quermann, Martin Lycka und Kevin O´Neal – im Rahmen der Online-Konferenz "Spobis Special: Sportwetten & Glücksspiel" (Spobis: Sport-Business) am 29. April einig.

Zwar enthält der neue Staatsvertrag in puncto Spielerschutz zahlreiche "sinnvolle Aspekte wie etwa das spielformübergreifende Sperrsystem", wie sich Dr. Dirk Quermann, Präsident des Deutschen Online Casinoverbands (DOCV), ausdrückte. Allerdings führt "eine Fülle restriktiver Regelungen für die Spiele selbst" dazu, dass sich die Attraktivität der lizenzierten Angebote "stark vermindert", so Quermann. Der DOCV-Präsident befürchtet, dass zahlreiche Spieler aufgrund dieser starken Einschränkungen des legalen Online-Spiels in den Schwarzmarkt abdriften werden. Eine Tendenz, die sich bereits heute abzeichne: Diejenigen Anbieter, die sich im Rahmen der Übergangsregelung für Online-Glücksspiele schon seit Oktober 2020 an die Regeln des neuen Staatsvertrags halten, hätten hohe Kundenverluste zu beklagen.

Die Kanalisierung in den legalen Markt sieht Quermann zusätzlich durch das "ungute Zusammenspiel" zwischen den Regelungen des GlüStV und den Steuerplänen der Länder für virtuelle Automatenspiele und Online-Poker gefährdet. Im aktuellen Gesetzentwurf ist eine Spieleinsatzsteuer in Höhe von 5,3 Prozent verankert. Das werde zwangsläufig "Auswirkungen auf die Auszahlungsquote" der lizenzierten Anbieter haben. "Das legale Spiel wird unattraktiv, die Spieler wandern in den Schwarzmarkt ab."

Martin Lycka, Senior Vice President of Regulatory Affairs & Responsible Gambling bei Entain, bedauert, "dass es sich bei der deutschen Regelung um einen Sonderfall handelt". Lycka: "Wir glauben, dass Deutschland eine große Gelegenheit, den deutschen Markt richtig regulieren zu können, verpassen könnte." Undiplomatischer drückte sich Kevin O'Neal, Director Market Development, Flutter International, aus: "Nach zehn Jahren Diskussion bin ich beeindruckt von der deutschen Regulierung – aber nicht im positiven Sinn."

Mehr über das "Spobis Special: Sportwetten & Glücksspiel" lesen Sie in der Mai-Ausgabe von games & business.

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Foto v.l.: Journalist Hagen Boßdorf moderierte die Diskussionsrunde mit Martin Lycka, Kevin O´Neal und Dr. Dirk Quermann.

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