Dachverband

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Parlamentarischer Abend

"Sie brauchen eine Änderung der vorgefassten Meinung!"

Für mehr öffentliche Zustimmung und einen vernünftigen Kompromiss bei der Regulierung sprach sich Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier beim parlamentarischen Abend in Wiesbaden aus.

Am 23. August hatten die Deutsche Automatenwirtschaft (DAW) und der Hessische Münzautomaten-Verband (HMV) zum parlamentarischen Abend nach Wiesbaden eingeladen. Der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier lobte die Verbandsarbeit des HMV und sagte: "Sie brauchen Menschen, die Sie verstehen, Sie brauchen öffentliche Zustimmung!" Er bezeichnete die Aufstellunternehmen als wichtigen Wirtschaftszweig, der Arbeitsplätze schafft. "Wirtschaftlicher Erfolg und der notwendige Schutz der Spieler schließen sich nicht aus! Die Menschen wollen spielen und wir haben nicht das Recht, das zu verbieten!" Allerdings müsse nach Regeln gespielt werden.

"Wir brauchen hier dringend einen vernünftigen Kompromiss", so Bouffier. "Die Freude am Spiel darf nicht zum persönlichen Ruin führen." Die Diskussion um das Online-Spiel sei "in der Steinzeit stecken geblieben" – schon in seiner Zeit als Innenminister habe er sich für eine Regulierung des Online-Spiels eingesetzt, und "damals gab es noch nicht einmal Smartphones!" Politik habe die Aufgabe, so Bouffier, Änderungen zu berücksichtigen und zeitgemäß zu regulieren. So käme es bei der Sportwettregulierung nicht auf die Anzahl der zu vergebenen Konzessionen an, sondern auf die Qualität der Anbieter. "Sie können immer auf mich zählen! Beackern Sie auch weiter Politiker auf Bundesebene, auf Hessen können Sie sich dabei verlassen."

DAW-Vorstandssprecher Georg Stecker erwähnte ebenfalls die Notwendigkeit qualitativer Maßstäbe: "Qualität ist der einzige Maßstab, der für alle Spielformen als Regulierungs-Kriterium taugt. Und er muss streng angewandt werden." Die Branche brauche jetzt sofort eine wirksame Stärkung der legalen Angebote, einen kompletten Neuanfang durch einen neuen Glücksspielstaatsvertrag und eine kohärente Regulierung aller Spielformen nach strengen Qualitätsmaßstäben. Zum Online-Spiel sagte er: "Bundes- und Landesregierung fordern uns alle permanent auf, die Digitalisierung voranzutreiben. Und dann ist das Glücksspiel im Netz plötzlich illegal? Das versteht kaum ein Verbraucher."

Dr. Heinz-Georg Sundermann, Geschäftsführer Lotto Hessen, bezeichnete es als "klassischen politischen Fehler", den GlüÄStV nicht ratifiziert zu haben, wie Schleswig-Holstein – "wenigstens die Sportwetten wären so reguliert worden", ist sich Sundermann sicher. "Wir stehen bei der großen Politik nicht oben auf der Agenda", so Sundermann. Man solle aber auf jeden Fall spielformübergreifende einheitliche Regeln zur Regulierung schaffen, die kohärent sind. "Nur mit einem gemeinsamen Konzept werden wir bei der Politik gehört werden", ist er überzeugt.

Landtags- und Bundestagsabgeordnete hatten die Möglichkeit, mit den hessischen Unternehmern ins Gespräch zu kommen. Eine kleine Ausstellung im Inneren der Location zeigte unter anderem Einlasskontrollsysteme – allerdings hielt das gute Wetter und das gut organisierte Programm die Anwesenden auf der Terrasse. Der ehemalige Fußballschiedsrichter Lutz Wagner lockerte die Stimmung mit einem gelungenen, lebhaften Vortrag zum Thema "Entscheidungen" auf.

HMV-Vorstandsmitglied Christoph Schwarzer moderierte den Abend. Er überreichte der Bärenherz Stiftung für unheilbar kranke Kinder aus Wiesbaden einen Scheck über 5.000 Euro. Gleichzeitig rief er die Anwesenden zu Spenden auf – am Ende des Abends konnte er weitere 1.050 Euro an die Stiftung übergeben.

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