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Rekordbesuch beim Gaming Summit 2019

Regulierung nicht zukunftsfähig

420 Teilnehmer aus Politik, Branche und Gesellschaft erleben beim 6. Gaming Summit in Berlin nicht nur eine Rekordbeteiligung, sondern auch Pragmatismus und vorsichtigen Optimismus.

"Noch nie gab es so viele Teilnehmer, aber auch noch nie war der Druck auf die Branche so groß" – mit diesen eindringlichen Worten eröffnete Georg Stecker, Vorstandssprecher der Deutschen Automatenwirtschaft (DAW), am 26. Juni den 6. Gaming Summit in Berlin. "Wir können stolz auf das sein, was wir leisten", betonte Stecker mit Blick auf 70.000 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze in der Branche und 2,5 Milliarden Euro gezahlter Steuern. Während das legale terrestrische Spiel in Deutschland streng reguliert werde und Spieler- und Jugendschutz praktiziere, gebe es beim immer schneller wachsenden Online-Glücksspielmarkt keinerlei Kontrolle. Stattdessen müssten legale Spielhallen schließen, da sie an willkürlichen Abstandsregelungen scheiterten. Diese Abstandsregelungen seien mit Blick auf die permanente Verfügbarkeit des Online-Glücksspiels via Smartphone absurd. "Es muss Schluss sein mit der Knebelung legaler Anbieter", betonte Stecker.

Auch Staatssekretär Christian Gaebler, Chef der Senatskanzlei Berlin, unterstrich, dass der Vollzug der Länder gegen das illegale Glücksspiel deutlich ausgebaut werden müsse. Großen Applaus erhielt seine Forderung, "dass wir uns dabei nicht nur an denen abarbeiten dürfen, die man leicht erreicht". Allerdings fehle den Behörden teilweise noch das notwendige Instrumentarium dafür.

Den Nerv der Branche traf Staatssekretär Ingbert Liebing, Bevollmächtigter des Landes Schleswig-Holstein beim Bund, als er betonte, dass "der gegenwärtige Glücksspielstaatsvertrag nicht praxistauglich und nicht zukunftsfähig ist". Liebing warb dafür, aus der "Sonderrolle" Schleswig-Holsteins – dort können Marktteilnehmer legal und reguliert Online-Glücksspiel anbieten – eine "Vorreiterrolle" für Deutschland zu machen. Totalverbote wie beim Online-Glücksspiel, die nicht durchsetzbar seien, hätten keinen Sinn. Liebing lobte das Engagement der Automatenwirtschaft, "Regulierung als Qualitätskriterium" zu denken. Außerdem forderte Liebing "mehr Ehrlichkeit" in der Debatte um eine Regulierung des Glücksspiels. Es sei "verlogen", wenn manche Politiker das Glücksspiel per se als Übel geißelten, aber gleichzeitig gerne die Einnahmen staatlicher Lottogesellschaften und Spielbanken in Empfang nähmen.

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