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Manfred Schlösser

Qualität wird belohnt

Zum ersten Mal in der langen Geschichte der Automatenwirtschaft haben wir uns weit über ein Jahr nicht gesehen. Gott sei Dank wenigstens noch einmal bei der letzten Präsenzveranstaltung des DAV im Juni des vergangenen Jahres. Gern erinnert man sich. Es war eine Freude. Und da die Hoffnung zuletzt stirbt, hoffen wir alle, dass wir uns schon bald mal wieder sehen. Auch dann wird die Freude groß sein.

Aber die Corona-Zeit hat Menschen und Unternehmen verändert und es wird eine Zeit brauchen, bis alles so ist, wie es einmal war. Die Öffnung der Restaurants hat in den ersten Tagen gezeigt, dass viele Menschen noch zögern, wenn es um Treffen in Innenräumen geht. Bei Spielhallen dürfte das ähnlich sein, obwohl es da regional schon ganz unterschiedliche Erfahrungen gibt. Ja, der Kern des Geschäfts und damit des Erfolgs ist das gute Spieleangebot. Aber die Zeit ist nicht spurlos am Rundherum vorübergegangen – Gott sei Dank nicht. Helle, schöne und gut durchlüftete Räume schaffen mehr Vertrauen. Unternehmer, die ihr Angebot optimiert, das Corona-Aus also genutzt haben, werden jetzt belohnt. Ihre Kunden finden schneller zu ihnen zurück und ein paar neue dürften auch dabei sein.

Denn Qualität hat nicht nur Einzug in viele Landesgesetze gehalten, sie wird in der Automatenwirtschaft täglich gelebt und erlebt. Wenn dem nicht so wäre, so hätte man keine Chance gehabt, dieses Unterscheidungsmerkmal glaubhaft in die Politik zu tragen. Wenig Früchte hat die ganze Arbeit in Unternehmen und Verbänden allerdings in Hamburg, Berlin und in Baden-Württemberg getragen. Auch ein paar andere Länder tun sich noch schwer mit dem Umparken im Kopf. Qualität versus Quantität. Besonders enttäuscht darf man da über die CDU im Ländle sein. Nicht einen Finger hat sie gerührt, um in Koalitionsverhandlungen etwas für unsere Branche zu tun. Wenn dies nicht erkannt und umgeschaltet wird, so wird die C-Partei im September von der Automatenwirtschaft und ihren Mitarbeitern massiv abgestraft werden. Und womit? Mit Recht!

Man darf sich eh wundern, dass die Automatenbranche noch so standhaft und überlebensstark ist. Ein einfaches Leben hatte sie nie, vielleicht ist sie deshalb hart und zäh geworden. Aber seit der Evaluierung der Fünften Novelle der Spielverordnung (2010) und besonders in den vergangenen drei, vier Jahren musste sie manch massiven Tiefschlag einstecken. Mehr als einmal stand die Existenz vieler Unternehmen und ihrer Mitarbeiter auf des Messers Schneide und in einigen Ländern steht sie dort immer noch. Und trotzdem bilden die Betriebe weiter aus, schulen ihr Personal, haben Jugendschutz und Suchtprävention in ihrer Prioritätenliste ganz nach oben gesetzt – und warten eigentlich auch mal auf ein Dankeschön von Politik und Gesellschaft. Denn längst nicht jede Branche hat aus sich selbst heraus so viel Verbesserung in Sachen Qualität und auch Selbstbeschränkung auf den Weg gebracht, wie das Automatenspiel es getan hat.

Inzwischen kann man auch davon ausgehen: Es ist bei der Politik angekommen. Dass man in Baden-Württemberg jetzt kommunikativ auf die Barrikaden geht, spricht sich hoffentlich auch in anderen Ländern herum. Auch in diesem Punkt stirbt die Hoffnung zuletzt.

Und lassen Sie uns alle Daumen drücken, dass die Politik die Sommerpause nutzt und ihre Corona-Politik überdenkt. Es kann und darf nicht sein, dass wir im Herbst wieder bangen müssen, wenn die Inzidenzen über 35 steigen.

In diesem Sinne

Ihr Manfred Schlösser, Verleger games & business
[email protected]

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