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Symposium Glücksspiel

Politische Einigkeit in Hohenheim

Politiker fordern beim 16. Symposium Glücksspiel an der Universität Hohenheim eine bundesweite Spieler-Sperrdatei.

Beim 16. Symposium Glücksspiel am 12. und 13. Februar an der Universität Hohenheim sprachen sich Abgeordnete des baden-württembergischen Landtags von CDU, SPD, FDP und Grünen für die Einrichtung einer bundesweiten Spieler-Sperrdatei aus, um den Verbraucherschutz zu stärken. Allerdings waren sich die Landtagsabgeordneten nicht sicher, ob alle 16 Bundesländer sich schon bei der anstehenden Ministerpräsidentenkonferenz am 21. März in Berlin auf eine solche Regelung einigen können.

Falls es diesbezüglich keine gemeinsame Erklärung geben sollte, plädierten die vier Abgeordneten dafür, dass Baden-Württemberg sich dem hessischen Oasis-Sperrsystem anschließt, so wie dies auch Rheinland-Pfalz vorhabe. Dies sei ein richtiger Zwischenschritt bei dem Bemühen, langfristig eine bundesweite Sperrdatei für Gäste von Spielhallen einzurichten. Eine Regulierung des Online-Glücksspiels hielten die Politiker ebenfalls für sinnvoll, waren aber auch hier nicht sicher, wie schnell unter allen Bundesländern eine Einigung erzielt werden kann.

Zuvor hatten bei dem von der Forschungsstelle Glücksspiel unter der Leitung von Professor Tilman Becker organisierten Symposium Branchenvertreter über den Regulierungsbedarf für das Glücksspiel in Deutschland diskutiert. Georg Stecker, Sprecher des Vorstands der Deutschen Automatenwirtschaft (DAW), Otto Wulferding, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Spielbankenverbands (DSbV), Mathias Dahms, Präsident des Deutschen Sportwettenverbands (DSWV), Dr. Dirk Quermann, Präsident des Deutschen Online Casinoverbands (DOCV) und Jürgen Häfner, Federführer im Deutschen Lotto- und Totoblock, waren sich einig, dass das Lottomonopol erhalten bleiben sollte.

Gleichwohl vertraten Stecker, Wulferding, Dahms und Quermann die Ansicht, dass der bestehende Glücksspielstaatsvertrag gescheitert sei. Dies machten sie unter anderem am Erstarken des illegalen Glücksspiels im Internet fest. Der Glücksspielstaatsvertrag habe daher seinen Kanalisierungszweck verfehlt. Sie forderten eine kohärente Regulierung des gesamten Glücksspiels, die auch Sportwetten und das Online-Glücksspiel einschließt. Auch Häfner konstatierte, dass gegenwärtig "das illegale Glücksspiel stetig wächst", von einem Scheitern des Glücksspielstaatsvertrags wollte er jedoch nicht sprechen, da dieser noch von keinem Gericht aufgehoben worden sei.

Weitere Themenkomplexe des Symposiums waren unter dem Stichwort "Vollzug und Vollzugsdefizite" der Umgang des Staates mit illegalen Glücksspielangeboten, die Suchtprävention sowie die Möglichkeiten, mittels der Erfassung biometrischer Daten das Alter zu bestimmen, um diese Technik etwa bei der Einlasskontrolle für Spielhallen zu nutzen.

Einen ausführlichen Bericht über das 16. Symposium Glücksspiel lesen Sie in der April-Ausgabe von games & business.

Foto: Dutzende Vertreter der Glücksspielbranche sowie Politiker und Wissenschaftler hatten sich zum Symposium Glücksspiel im Audimax der Universität Hohenheim eingefunden.

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