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Glücksspiel in Baden-Württemberg

Neue Vorgaben schwächen Verbraucherschutz

30 Prozent der Spielgäste in Baden-Württemberg sind bereits ins unlimitierte Glücksspielangebot abgewandert.

Automatenunternehmer in Baden-Württemberg verzeichnen einen drastischen Rückgang bei ihren Spielgästen. Innerhalb weniger Monate sind 30 Prozent ins unlimitierte Glücksspielangebot von Spielbanken und illegale Online-Casinos abgewandert. Ein Ende dieser Entwicklung ist nicht in Sicht. Den Grund dafür sehen Vertreter der Automatenverbände in den neuen technischen Vorgaben, die die Geldspielgeräte seit November 2018 erfüllen müssen.

Anlässlich eines Pressegesprächs am 15. Mai im Landtag Baden-Württemberg erklärt Michael Mühleck, 1. Vorsitzender des Automaten-Verbands Baden-Württemberg (links im BIld): "Die Branche wurde verpflichtet, ihre Automaten so umzurüsten, dass das Spiel jetzt drastisch verlangsamt und der Bedienkomfort der Geräte stark reduziert wurde." Dadurch habe das Spiel stark an Attraktivität eingebüßt. Immer mehr Spielgäste würden deshalb auf Angebote ausweichen, bei denen im Gegensatz zu den gewerblichen Spielhallen kein Spieler- und Jugendschutz gelte, so Mühleck.

Eine Fehlentwicklung, die auch Georg Stecker, Vorstandssprecher Die Deutsche Automatenwirtschaft, mit großer Sorge beobachtet. Er sieht in der Umsetzung der technischen Vorgaben und der damit verbundenen Abwanderung sogar die Gefahr, dass die Branche ihrem Kanalisierungsauftrag aus dem Glücksspielstaatsvertrag nicht mehr bedarfsgerecht erfüllen kann. "Um den gesetzlichen Auftrag, den natürlichen Spieltrieb der Menschen in geordnete Bahnen zu lenken, gerecht zu werden, muss es den Automatenunternehmern ermöglicht werden, ein attraktives Spiel anzubieten. Gegen den grassierenden Schwarzmarkt hilft nur ein attraktives, legales Angebot", sagt Stecker.

Indes setzt die Automatenwirtschaft auf Qualität, wenn es um die Stärkung des Verbraucherschutzes beim Automatenspiel geht. Zutritt ab 18 Jahren (in Baden-Württemberg vielfach erst ab 21 Jahren), Alkoholverbot, geschultes Personal, Spielerschutz und TÜV-Zertifizierungen sind die Kriterien. "Freizeitspielern wird im Internet kein gleichwertiger Jugend- und Spielerschutz geboten. Die Politik soll alles dafür tun, sie wieder in legale gewerbliche Spielhallen zurückzuführen. Nur hier können die Menschen geschützt spielen", sagt Michael Mühleck. "Schwarze Schafe, die sich nicht an diese Regeln halten, müssen bekämpft werden. Dies geht aber nur, wenn das legale gewerbliche Spiel gestärkt wird", so Mühleck weiter.

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