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BA-Chef Thomas Breitkopf

"Mit jedem Tag wird es enger!"

In der Automatenbranche herrscht große Enttäuschung darüber, dass man nicht bei der Lockerung der Corona-Einschränkungen dabei ist. "Wir wollen endlich wieder gute Gastgeber sein und die Abwanderung der Spielgäste ins illegale Onlinespiel verhindern", mahnt Thomas Breitkopf, Präsident des Bundesverbands Automatenunternehmer (BA), im Interview mit games & business.

Gestern wurden die Schließungen für Spielhallen und die Gastronomie bis mindestens zum 3. Mai verlängert. Sind Sie enttäuscht, Herr Breitkopf? Oder haben Sie nichts anderes erwartet?

"Ja, ich bin enttäuscht! Ich hatte zumindest die Hoffnung, dass wir bei der Öffnung dabei sind."

 

Wie nehmen Sie die Stimmung unter den Unternehmerinnen und Unternehmern derzeit wahr?

"Die Stimmung ist seit gestern natürlich wieder deutlich getrübt. In den letzten Tagen gab es doch Hoffnung, dass es wieder vorwärts geht und wir unsere Läden öffnen können. Und obwohl es fast zu erwarten war, sind wir jetzt enttäuscht, dass die Betriebe nicht bei der ersten Welle der Lockerung dabei sind."

 

Wie sieht es wirtschaftlich aus? Halten die Unternehmen durch?

"Das kann man nicht pauschal beantworten. Der BA hat eine Umfrage erstellt, die sich einer hohen Beteiligung erfreut und darum als repräsentativ bezeichnet werden kann. Demnach hält der überwiegende Teil der Unternehmen zurzeit noch durch. Aber mit jedem weiteren Tag wird es enger! Das rein Wirtschaftliche ist eine Seite der Medaille. Man darf auch nicht vergessen: Wir wollen für unsere Spielgäste endlich wieder ein guter Gastgeber sein. Nicht zuletzt vor dem Hintergrund, dass wir die Abwanderung in illegale Onlineangebote im Ausland verhindern wollen."

 

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind zentral für den Erfolg von Spielstätten. Gibt es Empfehlungen, um mit ihnen gerade jetzt nach den neuen Nachrichten in Kontakt zu bleiben?

"Das wird sicher unterschiedlich gehalten. Wie viele andere auch, verständigen wir uns verstärkt über Videokonferenzen, FaceTime und andere visuelle Instrumente. Natürlich auch per Telefon."

 

Die Wahrung des Abstands zwischen den Menschen wird nach wie vor als das zentrale Instrument im Kampf gegen das Corona-Virus genannt. In Spielhallen mit gesetzlich verfügten, maximal 12 Geräten auf 150 Quadratmetern und den ohnehin geforderten Abständen zwischen den Geräten selbst ist dieser Abstand bei laufendem Betrieb problemlos zu wahren. Wann ist der Zeitpunkt, das der Politik deutlich zu sagen?

"Das machen wir schon deutlich. Seit den letzten drei Wochen kommunizieren die Vertreter der Verbände dies auf unterschiedlichen Wegen an die Politik."

 

Von allen Geschäften und öffentlichen Einrichtungen, die jetzt aufmachen dürfen, wird ein Hygienekonzept verlangt. Arbeitet die Branche an entsprechenden Konzepten für Spielhallen und Gastro-Aufstellung?

"Wir haben in der DAW – übrigens in guter und zielführender Abstimmung mit den anderen Spitzenverbänden – sehr konkrete Vorschläge gemacht. Der DAW-Vorstandssprecher, Georg Stecker, hat diese Vorschläge bereits Ende vergangener Woche bei politischen Entscheidern platziert."

 

Rechnen Sie damit, dass es nach dem 3. Mai wieder losgehen kann?

"Es ist unser Ziel, das wir im Fokus haben. "Erwartung" möchte ich es nennen, "damit rechnen" ist vielleicht zu viel gesagt."

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