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Manfred Schlösser

Mehr Fragen als …

Ist sich die Politik darüber im Klaren, dass die Schließung von Spielstätten in Wahrheit ein Konjunkturprogramm für illegale Spielhöllen ist? Ich glaube es nicht. Ich glaube sogar, dass sie sich darüber gar nicht im Klaren sein will. Wie könnte man sonst fast ein halbes Jahr lang (ein Ende ist noch nicht in Sicht) jedes Spiel am und mit Automaten verbieten? Oder hört die Politik auf Stimmen aus der Suchtprävention, die sich freuen, dass im Lockdown die Spielsucht auf dem Rückzug sei? Wohl kaum, denn die einzige Sucht, die in diesen Zeiten auf dem Rückzug sein dürfte, das ist wohl die Eifersucht. Weshalb sonst hat man uns also die Türen zugesperrt? Das darf man und muss man sich in einer Demokratie schon fragen, wenn die Politik sonst bei jeder sich bietenden Gelegenheit das Grundgesetz wie eine Bibel hochhält.

Aber leben wir bei Corona-Maßnahmen überhaupt noch in einer Demokratie? Oder schon in einer Virologie, wenn die reinen Infektionszahlen das Handeln von Politik bestimmen? Wie war das doch noch? "Alle wesentlichen Entscheidungen zur Ausübung oder zur Einschränkung der Grundrechte müssen vom Parlament getroffen werden." Hallo – alle wesentlichen Entscheidungen in Sachen Corona sind von einem Gremium getroffen worden, das kein Mensch wählen konnte. Am Tisch saßen Bundesregierung, Länderchefs und RKI. Das vom Volk gewählte Parlament war außen vor – hat sich aber auch nicht gewehrt. Das hat Raum geschaffen für Polit-Solisten. Wenn Söder oder Lauterbach heute mehr als vier Stunden nicht zu hören oder zu sehen sind, macht sich das Volk schon Sorgen – oder atmet erleichtert auf.

Aber warum lassen wir das alles mit uns machen? Ja, wir haben eine Pandemie. Eine schlimme Erkrankung hat sich breitgemacht. Wer will das leugnen? Ich nicht. Aber es ist keine tägliche Frage von Leben und Tod, wie uns in Medien und Polit-Talks vorgebetet wird. Wir haben neben vielen anderen todbringenden Krankheiten eine neue hinzubekommen, die ansteckend ist und besonders bei alten Menschen tödlich enden kann. Aber sind die Maßnahmen zur Eindämmung vor dem Hintergrund dramatischer Kollateralschäden gerechtfertigt? Ich meine nein. Aber was fehlt sind Antworten, die über die eigene Einschätzung hinausgehen. All das wird in der Zeit nach Corona dringend aufzuarbeiten sein, damit wir im nächsten Fall des Falles besser gewappnet sind, wenn man unsere Grundrechte wieder beschneiden will.

Was aber konkret jetzt tun? Wir drehen im Verlag jeden Stein um und ich weiß, dass viele Auto- matenunternehmer dies auch tun. Digitalisierung wird vorangetrieben. Mancher Internet-Auftritt in der Branche hätte es dringend nötig, sieht man sich im Netz ein bisschen um. Nicht der Spielgäste wegen, sondern wegen des öffentlichen Ansehens. Nachhaltigkeit ist zum Mainstream-Thema gewor- den. Auch da ist vielerorts (auch bei uns) einiges zu tun. Nicht nur bei Produkten oder Materialien, auch Nachhaltigkeit umfasst verantwortungsbewusstes Handeln. Wie treten unsere Mitarbeiter auf? Verstehen sie wirklich, was sie dort tun? Wie treten wir ihnen gegenüber auf? Wie können wir Prozesse im Unternehmen nachhaltig verbessern? Und rein optisch: Was können wir schöner machen? Gefälliger für die Mitbürger, damit wir ein noch stärker akzeptierter Teil der Städte und Kommunen werden. Wie können wir nach Corona Gäste wieder anziehen und begeistern? Jetzt ist die Zeit, auf diese und andere Fragen Antworten zu finden – dann haben wir auch in Lockdown-Zeiten jede Menge zu tun.

In diesem Sinne

Ihr Manfred Schlösser, Verleger games & business
[email protected]

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