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Warnung

"Mehr als jedes zweite Angebot illegal"

Der Deutsche Online Casinoverband (DOCV) befürchtet beim künftig legalisierten Online-Glücksspiel in Deutschland einen Schwarzmarkt-Anteil von über 50 Prozent und sieht sich durch die aktuelle Goldmedia-Studie bestätigt.

Eine am 29. April auf der Veranstaltung "Spobis Special: Sportwetten und Glücksspiel" vorgestellte Studie von Goldmedia zeigt, dass die Kanalisierung der Verbraucher hin zu regulierungswilligen Online-Glücksspiel-Anbietern massiv gefährdet ist, heißt es in einer Pressemitteilung des DOCV.

"Der Glücksspielstaatsvertrag droht zu scheitern, bevor er überhaupt in Kraft getreten ist. Deutschland droht bei den Online-Glücksspielangeboten ein erheblicher Schwarzmarkt. Im Sommer könnte mehr als jedes zweite Angebot ein illegales sein", warnt DOCV-Präsident Dr. Dirk Quermann (Foto).

Hinzu komme eine Fülle restriktiver Regelungen für die Spiele selbst, die die Attraktivität der lizenzierten Angebote stark minderten, so Quermann. "Die Flucht der Verbraucherinnen und Verbraucher zu unlizenzierten Schwarzmarktanbietern aus dem Ausland zeigt sich schon jetzt deutlich, schließlich sind diese Angebote nur einen Klick entfernt. Leidtragende dieser marktfernen Regulierung werden die Verbraucher sowie die lizenzierten Anbieter sein."

Der aktuelle Gesetzentwurf für die Besteuerung der Online-Glücksspiel-Angebote auf den Spieleinsatz in Höhe von 5,3 Prozent erschwere die erfolgreiche Kanalisierung der Nachfrage in den legalen Markt massiv, dies zeige die Studie. Denn mit der geplanten Einsatzbesteuerung verringere sich zwangsläufig die Auszahlquote lizenzierter Angebote. Die Höhe der Auszahlquote ist laut der Studie der wichtigste Entscheidungsfaktor für Nutzer bei der Angebotsauswahl.

Deswegen fordert Quermann: "Wir brauchen eine Besteuerung, die die Kanalisierung der Verbraucherinnen und Verbraucher in den legalen Markt fördert, statt sie zu behindern." Deshalb müsse ein Umdenken stattfinden, so Quermann: "Es wäre zu begrüßen, wenn die Abgeordneten des Deutschen Bundestags diese Besteuerung nicht unter hohem Zeitdruck beschließen, sondern noch einmal sorgfältig abwägen."

Die Studie untersucht, welche Glücksspielformen und Angebote die Verbraucher in Deutschland im Internet aktuell nutzen und wie sich ihre Nutzung seit dem 15. Oktober 2020, dem Beginn des Übergangszeitraums bis zum Inkrafttreten des Glücksspielstaatsvertrags, verändert hat. Etwa 25 Prozent des Spielgeschehens läuft der Studie zufolge schon jetzt bei Anbietern, die sich nicht an die strengen Regeln während des Übergangszeitraums halten. Sollten die aktuellen Besteuerungspläne Realität werden, könnten sie zusätzlich weitere 31 Prozent der Verbraucher in den Schwarzmarkt treiben.

Foto: © Tilman Vogler 2018

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