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Stefan Dreizehnter

Lauter Weckruf

Wurde es ihm zu bunt, bei all der Juristerei und Politik den ganzen Tag? Oder hatte er das sowieso vor? So ganz lässt sich das nicht entscheiden. Vielleicht liegt die Wahrheit in der Mitte. Auf jeden Fall hat Axel Weber, Leiter der Unternehmenskommunikation von West Lotto, mit einem deutlichen Weckruf auf dem Bundeskongress Glücksspielwesen für Aufmerksamkeit gesorgt. Sein Einwand: Warum diskutieren wir das Spiel ausschließlich in negativer Konnotation? Es geht nicht nur um Sucht. Es geht nicht nur um Geld. Spiel ist auch Spaß. Und Glück im Spiel zu haben, ist auch ein Geschenk. Das kommt immer viel zu kurz.

Die Versammlung war erstaunt. Und auch ein bisschen verwirrt. Sie wusste nicht so recht, was sie mit diesem Einwand anfangen sollte, der aber gleichzeitig so stark war, dass erst mal kräftig gerudert werden musste, um wieder zur juristischen Tagesordnung überzugehen. Keine Frage: Weber hat einen Nerv getroffen.

Dass ausgerechnet ein Vertreter des – sorry – ziemlich langweiligen Lottos diesen Punkt macht, ist bemerkenswert. Es gibt buntere Spielwelten als die der sechs Kreuzchen am Samstag. Aber irgendeiner musste es ja mal sagen: Spielen ist Spaß. Es ist ein Spaß für die übergroße Mehrzahl derjenigen, die es betreiben. Die Regulierer, Problematisierer und vor allem Pathologisierer dieser Welt haben das einfach nicht auf dem Schirm – oder wollen es dort nicht haben.

Umso mehr ist es unsere Pflicht, den Spaß am Spiel immer wieder in den Mittelpunkt zu stellen. Das soll nicht kleinreden, dass es rund um das Spiel auch Probleme gibt. Aber wir haben schon zu lange zugelassen, dass der große Spaß am Spiel von Spielverderbern bewusst zugeschüttet wird.

Spielen ist Spaß. Gewinnen ist auch ein Geschenk. Und das ist ein gesellschaftlicher Nutzen des Spiels. Gut, dass Axel Weber den Punkt gemacht hat.

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