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Manfred Schlösser

Ja, aber ...

Und wer die Zahlen aus Spanien und Frankreich im Blick hatte, der sah auch Probleme auf uns und unser Business zukommen. Auch wenn Deutschland bisher gut durch die Corona-Zeit kam, Viren kennen keine Grenzen. Sie treffen nur auf andere Gesundheitssysteme, andere Volksgesundheiten, andere Lebensverhältnisse, anderes, weil konsequenteres Verhalten, und genau so anders können sie sich auch verbreiten. Dass wir aber verschont bleiben würden, davon konnte niemand ausgehen.

Jetzt sind Spielhallen wieder im Lockdown. Wir alle hatten gehofft, dass dieser Kelch an der Branche vorübergehen würde. Alles sprach dafür: Grundsätzlich sind Spielhallen mit ihren Geräte-Abständen, mit ihren ausgetüftelten Hygienekonzepten, mit ihrem verantwortungsbewussten Verhalten in den Sommermonaten und – ganz wichtig, mit ihrem geschulten Personal – keine Orte mit erhöhter Ansteckungsgefahr. Und jetzt kam es doch anders. Denn nicht die einzelnen Betriebe und Einrichtungen spielten die Rolle bei der Bewertung, so meine Einschätzung, sondern die Tatsache, dass man generell die Kontakte der Menschen massiv reduzieren wollte und will. Das haben die Virologen der Nation dringend empfohlen. Das "Bitte bleiben Sie, wann immer möglich, zuhause", der Kanzlerin unterstreicht genau dies. Lockdown light heißt: Alles was mit Freizeit zu tun hat und das Zusammenkommen von Menschen ermöglicht oder gar bedingt, soll unterbleiben. Nur Arbeit und weite Bereiche der Daseinsvorsorge sind nicht betroffen. Nicht nur die Kanzlerin sieht Deutschland in einer "sehr ernsten Phase". Auch viele Menschen empfinden so. Vernunft schlägt aber nicht selten auch in Angst um. Unvernunft nicht selten in Ignoranz und Verschwörung. Da steht man in der Mitte, schaut nach der einen und der anderen Seite und versteht die Welt nicht mehr.

Aber letztlich gilt: Die Unternehmen dieser Branche waren schon vor der Pandemie äußerst verantwortungsbewusst – ja, auch wir als Verlag, und wir werden es im Lockdown-Total auch sein. Der November wird ein Corona-Opfer sein, trotz Staatshilfe, wie immer sie letztlich aussehen wird. Was nur auf keinen Fall passieren darf, das ist ein On-Off-Zustand, der sich wiederholt. Deshalb muss der November auch von Politik, von Gesundheitsberatern und allen mit dem Thema ernsthaft Befassten dafür genutzt werden, aus der Notbremse eine Strategie zu entwickeln. Denn eine Strategie ist bisher nicht sichtbar, eher Unsicherheit: Vielleicht dauere der Lockdown auch bis Weihnachten, mutmaßen schon Fachleute, einer der Top-Virologen schließt sogar strenge Maßnahmen bis März nicht aus, dann vielleicht auch bis April. Bis dahin aber wird sich der Lockdown light zu einer Katastrophe bisher undenkbaren Ausmaßes entwickelt haben.

Also wird man versuchen müssen, jetzt die vom Lockdown betroffenen Unternehmen und Einrichtungen nach und nach unter besonderer Beobachtung wieder zu öffnen. Mit dem Virus leben, das geht nur so. Auf Impfung und Medikamente hoffen, dass ist eben Hoffnung und nicht Strategie. Hoffen wir also, dass die Politik eine Strategie entwickelt. Hoffen wir weiter, dass unsere Freizeit- und Unterhaltungseinrichtungen, weil sie sicher und gut geführt sind, dann mit als erste mit dabei sind.

Manfred Schlösser, Verleger games & business
[email protected]

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