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Glücksspielstaatsvertrag

GVC fordert zukunftsfähige Regulierung

Der Glücksspielkonzern GVC Holdings hat seine Vorstellungen im Zusammenhang mit einem neuen Glücksspielstaatsvertrag publik gemacht.

Der Glücksspielkonzern GVC Holdings, Muttergesellschaft des deutschen Sportwettenanbieters bwin, hat anlässlich der Beratungen der Länder zu einem neuen Glücksspielstaatsvertrag seine Vorschläge für eine zukunftsfähige Ausgestaltung der Glücksspielregulierung in Deutschland unterbreitet. Das Unternehmen begrüßt Überlegungen im Kreise der Landesregierungen, in Deutschland zukünftig neben Sportwetten auch Online-Casinospiele zuzulassen.

GVC spricht sich dafür aus, mit dem neuen Glücksspielstaatsvertrag insbesondere Rahmenbedingungen festzulegen, da er nur in einem sehr aufwendigen und langen Verfahren angepasst werden könne. "Die konkrete Ausgestaltung und Anpassung von Detailregelungen sollte dann auf Behördenebene erfolgen. Diese könnte die Ausgestaltung der Regulierung entsprechend der weiteren technologiegetriebenen Marktentwicklung und des sich wandelnden Konsumentenverhaltens jeweils sehr schnell und mit geringem Aufwand anpassen", heißt es von GVC. Der Anbieter begrüßt daher die Schaffung einer zentralen Regulierungsbehörde, die über Verordnungen die konkrete Ausgestaltung der Glücksspielregulierung auf Basis einer kontinuierlichen Marktbeobachtung konkretisieren und bei Bedarf anpassen könnte.

GVC spricht sich für einheitliche Spielkonten aus, die alle Spielformen, sowohl Sportwetten als auch Online-Casinospiele, bei einem Anbieter ermöglichen und integrieren. "Nutzer informieren sich und vergleichen online verfügbare Angebote. Das schließt auch Produktrestriktionen bei der Spieldauer und mögliche Einsatzhöhen ein. Jede Limitierung ihrer Möglichkeiten bei lizenzierten Anbietern bedeutet für sie eine Einschränkung und erhöht damit automatisch die Attraktivität von Schwarzmarktanbietern, die weiterhin alle Angebote aus einer Hand ohne Restriktionen anbieten werden. Das Gleiche würde bei einem Rückfall in das frühere staatliche Glücksspielmonopol geschehen, das bereits schon einmal gescheitert ist und den erhofften Kanalisierungseffekt der Einsätze hin zu den staatlichen Angeboten aus diesem Grund verfehlt hatte", so GVC.

GVC spricht sich für individuelle, von Nutzern selbstständig festgelegte und anpassbare Einzahlungslimits bei der Erstregistrierung aus. Zitat GVC: "Sie sollten flexibel nach oben wie unten an Veränderungen des Risikoprofils und der Bonität angepasst werden können. Eine solche Regulierung respektiert die Entscheidungsfreiheit der mündigen Nutzer, berücksichtigt ihre individuelle Bonität, ist verhältnismäßig und zahlt wirksam auf die staatlichen Schutz- und Kontrollziele ein. Pauschal festgelegte, starre und anbieterübergreifende Einzahlungslimits bedeuten hingegen eine starke Einschränkung selbstbestimmter Entscheidungen, die von einer Mehrheit der Nutzer ohne problematisches Spielverhalten nicht akzeptiert würde. Gerade für Online-Casinospiele sind zusätzliche Einsatzlimits unverhältnismäßig, da hier – anders als im stationären Bereich – die Limitierung über das individuelle Spielerkonto wirkungsvoll möglich ist."

Verifikationsanforderungen wie die Abfrage und Überprüfung von Kundendaten sind erforderlich. GVC: "Aber sie müssen auch zukünftig verhältnismäßig sein, Nutzer müssen sie mit überschaubarem Aufwand ohne Medienbruch durchlaufen und Anbieter technisch umsetzen können. Der Aufwand bei diesem sogenannten "Know-Your-Customer-Prozess" (KYC) sollte die entsprechenden Anforderungen aus dem Finanzbereich auch zukünftig nicht deutlich übersteigen. Anderenfalls würde die Nutzung lizenzierter Angebote unattraktiv und von den Nutzern nicht akzeptiert. Sie würden die Authentifizierungsprozesse abbrechen und sich solchen Schwarzmarktangeboten zuwenden, die eine schnelle und leichte Registrierung ermöglichen. So klagen die Landeslotteriegesellschaften nach dem Evaluierungsbericht des Landes Hessen schon heute über Abbruchquoten bei der Registrierung nach dem derzeitigen Glücksspielstaatsvertrag von 50 bis 70 Prozent."

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