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Stefan Dreizehnter

Guter Vorsatz

"Die Zukunft ist schon da, sie ist nur ungleich verteilt." Dieser Glaubenssatz von William Gibson, dem Science Fiction-Autor des Internet-Zeitalters, klingt wie eine Beschreibung der Diskussion um das Online-Gaming. Das Spiel im Cyberspace läuft längst mit unbegrenzten Möglichkeiten. Aber für das traditionelle Offline-Spiel werden immer neue Grenzen hochgezogen. Die Zukunft ist wirklich nicht gleich verteilt.

In nahezu allen Wirtschaftsbereichen tobt die Schlacht zwischen Internet-Angeboten und der traditionellen Wirtschaft. In dieser Auseinandersetzung für faire Bedingungen zu sorgen, ist nirgendwo einfach. Auf dem Sektor Glücksspiel wurde es aber bis jetzt noch nicht einmal versucht. Es wurde einfach ignoriert. Aber genauso, wie wir alle die großen Online-Händler oder Streaming-Plattformen ernst nehmen, wird es höchste Zeit, das auch beim Online-Glücksspiel zu tun. Es erweitert ein Angebot enorm, das auf dem traditionellen Sektor als "sehr sensibles Produkt" betrachtet wird, mit dem man verantwortungsvoll umgehen muss. Beim terrestrischen Spiel sichert man diese Verantwortung mit Regeln. Solange es dafür keine bessere Idee gibt, wird man für das Online-Spiel um ein solches Regelwerk auch nicht herumkommen.

Was man reguliert, muss man allerdings vorher legalisieren. Nicht nur die Politik tut sich damit sehr schwer. Ein Online-Gaming mit gesetzlicher Billigung bereitet auch so manchem in der Branche Bauchweh. Die Sorgenfalten des Einzelhändlers wegen der Konkurrenz aus dem Internet zeigen sich auch auf den Mienen von Automatenunternehmern. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass die Zukunft schon da ist. Deswegen muss der Vorsatz für 2020 lauten: Kampf um gerechte Regeln und gegen die ungleiche Verteilung der Zukunft.

Holen Sie für diesen unausweichlichen Kampf aber erstmal mit ein paar entspannten und vielleicht auch besinnlichen Tagen rund um Weihnachten und den Jahreswechsel Luft. Nach diesem 2019 haben wir uns das verdient. Feiern Sie mit Ihren Lieben. Kommen Sie gut ins neue Jahr. Wir sehen uns 2020.

Stefan Dreizehnter, Chefredakteur games & business

[email protected]

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