Dachverband

Anzeige


Stefan Dreizehnter

Schnittmengen bündeln

Die Politik macht sich Sorgen um das Lotto. "Wenn in diesem Jahr nichts passiert, ist der deutsche Lottoblock nicht mehr zu retten", sagt Hans-Jörn Arp, Parlamentarischer Geschäftsführer der CDU-Fraktion im Landtag von Schleswig-Holstein und Profi in Sachen Spielregulierung. Lotto hat in den letzten Jahren dramatisch an Umsatz verloren. Und es geht weiter bergab.

Das Mitleid mit dem Lotto-Schicksal kann aus Sicht der Branche zunächst einmal überschaubar bleiben. Schließlich hat sich die Politik das selbst eingebrockt. Alle Staatsverträge, mit denen die Länder in den letzten zehn Jahren das Spiel regeln wollten, haben nicht reguliert, sondern stranguliert. Niemand weiß das besser als die Automatenwirtschaft. Lotto ist von diesen Gesetzeswerken aber auch betroffen. Der Staat schießt sich selbst ins Knie.

Man sollte sich aber nicht mit Häme aufhalten. Denn auf den zweiten Blick erkennt man recht schnell: Durch die schlechten Regeln sitzen alle legalen Spielanbieter mehr oder weniger im gleichen Boot. Ihr Angebot wird als minderwertig stigmatisiert, pathologisiert und, wenn es ganz schlecht, läuft sogar kriminalisiert. Parallel dazu schaut der Staat tatenlos zu, wie im europäischen Ausland die direkte Lottokonkurrenz erblüht. Dazu gibt es im Internet praktisch jede Form von Glücksspiel, das sich jedem Gesetz, jeder Kontrolle, jeder Regulierung, jedem Verbraucherschutz und natürlich auch jeder Steuerzahlung entzieht – und den legalen Anbietern auch noch die Umsätze wegnimmt.

Allerdings: Jetzt stehen die Regeln auf dem Prüfstand. Denn einige Länder wollen den Staatsvertrags-Murks beenden. Die legalen Spielanbieter stehen vor der Wahl: Jeder kann sein eigenes Süppchen kochen. Oder man bündelt die Schnittmengen aus Legalität, Qualität und Verbraucherschutz zur Zusammenarbeit für sinnvolle Regeln. Wenn die Legalen und Seriösen sich einig sind, dann kommt die Politik nicht an vernünftigen, sachgerechten Regeln vorbei.

Zurück


Anzeige