Dachverband

Anzeige


Neujahrsgruß

Engler: "Die Politik versteht es nicht"

Forum-Vorsitzender Andreas Engler geht in seinem Neujahrsgruß auf die Unsicherheit ein, ob die auf Qualität fußende Regulierung, für die sich die Branche lange und mit Nachdruck eingesetzt hat, auch tatsächlich umgesetzt wird.

Zu den bestehenden wirtschaftlichen Sorgen durch den Shutdown komme nun auch der nahende GlüStV 2021, der Mitte dieses Jahres in Kraft treten soll, schreibt Andreas Engler im Forum-Neujahrsgruß, und nimmt die Regulierung auf Grundlage qualitativer Kriterien in den Blick. Die Branche und das Forum hätten sich so lange und mit Nachdruck dafür eingesetzt, dass diese in den Ländern tatsächlich auch umgesetzt wird und nun kämen aus Ländern wie Baden-Württemberg oder auch Thüringen anderslautende Meldungen.

Engler im Wortlaut: "Die Politik hat noch immer nicht verstanden, dass der § 29 (4) eine große Chance ist, den Spielerschutz in Deutschland auf ein sehr gutes Niveau zu heben. Stattdessen wird versucht, unserer Branche mit allenfalls theoretisch begründbaren Abstandsregelungen den Kanalisierungsauftrag zu erschweren. Abstandsregeln zu Kinder- und Jugendeinrichtungen sind ein allgegenwärtiges Argument gegen unsere Standorte, obwohl das Thema für die Wissenschaft bislang immer noch Neuland ist. Die Auswirkung von Abstandsregelungen auf das Suchtgeschehen wurde bislang weder erforscht noch belegt, sodass sich hierzu keinerlei faktenbasierte Aussagen treffen lassen. Nichtsdestotrotz wird weiter argumentiert, dass Gebäude, in die man nicht hineinsehen kann, für Kinder und Jugendliche eine Gefahr darstellen. Diese Haltung ist nicht nachvollziehbar – genauso wenig nachvollziehbar wie die Behauptung, dass eine Reduzierung des Angebotes dem Spielerschutz diene. Diesem dient die Einführung des § 29 (4). Und die Länder, die davon keinen Gebrauch machen, handeln dem Spielerschutz und dem Kanalisierungsauftrag zuwider. Eine qualitative Verbesserung des Angebotes kann niemals schädlich sein. Diese Aussagen zu transportieren, ist die Aufgabe des Forum und der ganzen Branche für 2021."

Engler verspricht, dass das Forum seine Anstrengungen in den kommenden Wochen und Monaten beibehalten und intensivieren werde, um den Fortbestand der Betriebe in größtmöglichem Umfang zu sichern. Ihn bestätige die Erfahrung aus 2020, dass die Branche die aktuellen Herausforderungen bewältige, "durch offenen Dialog miteinander und im Bewusstsein unserer Stärken".

Die nächste Forum-Mitgliederversammlung ist für den 17. Juni 2021 terminiert.

Zurück


Anzeige