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Regulierung

Eine Behörde im Aufbau

Die Vorstände der neuen Glücksspielbehörde stellten auf einer Veranstaltung des Behörden Spiegels Aufgaben und Aufbau ihres Hauses der Öffentlichkeit vor.

Der neue Glücksspielstaatsvertrag sieht die Schaffung einer neuen Glücksspielbehörde vor. Diese "Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder" (GGL) hat ihren Sitz in Halle und befindet sich derzeit im Aufbau. Wie dieser verläuft und wie der Fahrplan für die kommenden Monate aussieht, aber auch Grundsätzliches zur Behörde, berichteten deren Vorstände Ronald Benter und Benjamin Schwanke im Rahmen des (virtuellen) 6. Bundeskongress zum Glücksspielwesen am 16. November.

"Die GGL ist eine Erlaubnis- und Aufsichtsbehörde, die länderübergreifende Aufgaben wahrnehmen wird", stellte Schwanke seine Behörde vor. Die GGL wird für all diejenigen Spielformen zuständig sein, bei denen die Regelungskompetenz nicht bei den einzelnen Bundesländern verbleibt. Mit anderen Worten: Die GGL wird vorrangig eine 'Online-Behörde'. Wie Benter darstellte, spiegelt sich der Aufgabenbereich der GGL auch in deren Organisation wieder: Neben einer Verwaltungsabteilung und einer Erlaubnis- und Aufsichtsabteilung für das legale Spiel umfasse die Behörde auch eine Abteilung, deren Aufgabe in der Bekämpfung des illegalen Online-Spiels liege. Letztere wird nach Aussage von Schwanke ihre operative Tätigkeit bereits am 1. Juli 2022 wahrnehmen, ehe dann zum Ende des Jahres alle weiteren Aufgabenbereiche, die momentan noch im Länderverbund verteilt sind, an die GGL übergehen.

In der Zwischenzeit besteht eine große Herausforderung darin, geeignetes Personal für die Behörde zu rekrutieren, so die beiden Vorstände. "Wir gehen beim Recruiting auf die Länder zu und fragen nach Experten", berichtete Benter. "Momentan haben wir eine Bewerberlage, mit der wir arbeiten können." Einen der größten Reize seiner Behörde sieht Benter darin, dass sie sich im Aufbau befinde und Mitarbeiter dadurch "Gestaltungsmöglichkeiten" hätten.

"Experten wachsen nicht auf Bäumen", berichtete Brigitte Sand, ehemalige Chefin der dänischen Regulierungsbehörde, von ganz ähnlichen Schwierigkeiten wie ihre deutschen Kollegen, als in ihrem Land 2011/2012 eine Glücksspielbehörde gegründet wurde. Sand bereicherte die Diskussionsrunde, an der neben den Vorständen der GGL auch Mathias Dahms (Präsident des Deutschen Sportwettenverbands) und Jürgen Häfner (Geschäftsführer Lotto Rheinland-Pfalz) teilnahmen, um ihre Erfahrung und internationale Perspektive. Sie riet zu einer "Kommunikation auf Augenhöhe" zwischen Behörde und Anbietern und merkte an, dass das "schärfste Schwert" im Kampf gegen illegales Spiel nicht technischer Natur sei, sondern darin bestehe, die Spieler in den legalen, regulierten Markt zu ziehen.

Lesen Sie mehr zum 6. Bundeskongress zum Glücksspielwesen, veranstaltet vom Behörden Spiegel, in der Dezember-Ausgabe von games & business.

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Foto: Unter der Moderation von Uwe Proll (Behörden Spiegel, oben m.) diskutierten Ronald Benter (o. l.), Benjamin Schwanke (o. r.) sowie u.v.l. Jürgen Häfner, Brigitte Sand und Mathias Dahms.

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