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Corona-Zwischenbilanz

Dehoga: Gewaltige Pleitewelle droht

Aktuell bangen 61,6 Prozent der gastgewerblichen Unternehmer um ihre Existenz laut Dehoga-Umfrage. Der Gastro-Bundesverband fordert dringend weitere Maßnahmen zur Stärkung der Branchenbetriebe.

Die Corona-Krise führte im Gastgewerbe zwischen März und Juni dieses Jahres zu einem Umsatzverlust in Höhe von 17,6 Milliarden Euro. Das teilte der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) auf Basis von Daten des Statistischen Bundesamts am heutigen Dienstag in Berlin mit.

"Nach zehn Wachstumsjahren verzeichnet die Branche seit Anfang März Umsatzverluste historischen Ausmaßes", so Dehoga-Präsident Guido Zöllick (Foto). "Unsere Betriebe waren die ersten, die unter den Folgen der Coronavirus-Ausbreitung gelitten haben und werden in all ihren Betriebsformen die letzten sein, die wieder öffnen dürfen."

Im ersten Halbjahr 2020 gingen die Erlöse im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um nahezu 40 Prozent zurück, "der stärkste Umsatzrückgang der Branche, der je gemessen wurde", so Zöllick. Dabei sei die Krise nicht vorbei. Auch aktuell sehen nahezu 62 Prozent der befragten Betriebe laut Dehoga-Umfrage ihre Existenz durch die Krise gefährdet. Bis August seien von ihnen Umsatzeinbußen von 55,8 Prozent gemeldet worden. Bezogen auf das Gesamtjahr rechneten die Betriebe mit Umsatzverlusten von knapp 50 Prozent.

Vor diesem Hintergrund begrüßt Zöllick die Entscheidung seitens der Politik, das Kurzarbeitergeld bis Ende Dezember 2021 zu verlängern. "Kurzarbeit hilft, Beschäftigung zu sichern." Er mahnt aber dringend weitere staatliche Hilfen "angesichts der verheerenden Auswirkungen" an. Um eine gewaltige Pleitewelle zu verhindern und Arbeitsplätze zu retten, fordert der Dehoga Nachbesserungen bei den Überbrückungshilfen, die Entfristung der Mehrwertsteuersenkung mit Einbeziehung der Getränke sowie eine gesetzliche Klarstellung zur coronabedingten Pachtminderung.

© Foto: Dehoga Bundesverband/Svea Pietschmann

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