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Mitgliedertreffen

DAGV: Kampagne für kleine Kneipe

Der Deutsche Automaten-Großhandels-Verband (DAGV) setzt sich für eine Image- und Informationskampagne zum Erhalt der Gastronomie mit Spielangebot ein.

Einen entsprechenden Antrag an die Deutsche Automatenwirtschaft beschloss der DAGV auf seiner Mitgliederversammlung am 31. Oktober und 1. November. Der Automatengroßhandel macht sich große Sorgen um den Erhalt der klassischen Gastronomie mit Spielangebot. Kneipensterben wegen wirtschaftlicher Probleme, Nachfolger-Mangel und bürokratischem Dschungel habe zur Folge, dass die Automatenwirtschaft ihr traditionelles Geschäftsfeld immer häufiger verliere. Der nun erzwungene Abbau des dritten Gerätes sei ein weiterer Schlag gegen die Wirtschaftlichkeit von so mancher Kneipe.

"Wir müssen dringend das Gespräch mit der Gastronomie suchen und auch selbst bereit sein, aktiv an der Information und der Imageförderung für die Gastronomie mitzuarbeiten", so DAGV-Vorsitzender Pit Arndt. "Das liegt genauso in unserem Interesse wie entsprechende Aktivitäten für die Spielhalle." Per formellem Beschluss fordert der DAGV die Deutsche Automatenwirtschaft auf, sich der Thematik anzunehmen.

Der DAGV tagte dieses Mal in Palma de Mallorca. Ein Mittelpunkt der Mitgliederversammlung war die intensive Beschäftigung mit dem spanischen Markt. Gastreferent war Eduardo Antoja, Ehrenpräsident von Euromat und exzellenter Kenner sowohl der wirtschaftlichen als auch rechtlichen Bedingungen der Szene. Die DAGV-Mitglieder besuchten außerdem Spielstätten in Palma. Darunter waren unter anderem Mega-Fun-Betriebe des deutschen Automatenunternehmers Willi Thelen, der auf der Balearen-Insel eine Filial-Kette betreibt. Geschäftsführer vor Ort ist Paco Fernández, der den DAGV-Mitgliedern Einblicke in den Alltag spanischer Spielstättenbetriebe vermittelte.

In Spanien wird unter anderem jetzt schon praktiziert, was in Deutschland als "Pooling" bezeichnet wird – also mehrere Spielangebote unter einem Dach. In Spanien ist die Kombination von Geldspiel und Sportwetten möglich. Wie das rechtlich und baulich im Detail aussieht, wurde vor Ort von Ricardo Miranda, stellvertretender Vorsitzender des DAGV, erklärt: "Es ist nicht einfach, Genehmigungen zu bekommen. Aber wenn die Lizenzen da sind, gibt es Sicherheit und vor allem wirtschaftliche Perspektive."

"In loser Folge", so DAGV-Geschäftsführer RA Jörg Meurer, wird sich der Verband in Zukunft häufiger internationalen Themen auch auf internationalem Boden widmen. "Der Blick über die eigenen Grenzen hinaus wird angesichts des Beratungsbedarfs für unsere Kunden immer wichtiger."

Die Heimat gerät dabei nicht aus dem Blick. Thema beim DAGV war der Abbau des dritten Gerätes in der Gastronomie – "aus Gründen des Jugend- und Spielerschutzes völlig überflüssig", kritisierte Elfriede Lauser, DAGV-Schatzmeisterin. Um das Spiel zu vergraulen, leiste die TR5 schon ganze Arbeit.

Von einem wichtigen Urteil des OVG Münster berichtete RA Jörg Meurer. Dieses Urteil nennt Qualität als wichtigstes Kriterium zur Erteilung der glücksspielrechtlichen Erlaubnis in Konkurrenzsituationen. "Die Richter haben sogar einen Kriterienkatalog zusammengestellt", staunte Meurer. "Das ist ein echter Durchbruch auch für unsere Qualitätsinitiative."

Kritisch beobachtet der DAGV die Diskussionen um einen neuen Glücksspielstaatsvertrag. Von einem Durchbruch in Sachen Regulierung des Online-Spiels seien die Bundesländer meilenweit entfernt, so Pit Arndt. Die Tatsache, dass im Zuge der neuen Lizenzierungen die Sportwette zwar legal, aber auch deutlich unattraktiver gemacht werde, lasse für das Regulierungsverständnis der Politik nichts Gutes vermuten. Die Branche müsse sehr genau beobachten, was da passiere und sich auch in die Diskussion öffentlich einmischen.

Lesen Sie die ausführliche Berichterstattung über die Mitgliederversammlung des DAGV in der November-Ausgabe von games & business.

Foto: Euromat-Ehrenpräsident Eduardo Antoja (2.v.r.) war prominenter Gastredner bei der Mitgliederversammlung des Deutschen Automaten-Großhandels-Verbandes in Palma de Mallorca. Das DAGV-Führungsteam will künftig in "loser Folge" auch über den deutschen Horizont hinaus informieren: Pit Arndt (Vorsitzender, r.), Geschäftsführer Jörg Meurer, stv. Vorsitzender Ricardo Miranda, Schatzmeisterin Elfriede Lauser (v.l.).

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