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Stefan Dreizehnter

Boden für Illegalität

Inzwischen erreichen uns häufiger Meldungen darüber, dass die Polizei in irgendeiner Ecke der Republik mal wieder einen illegalen Spielclub ausgehoben hat. Außer in Berlin kommt das in normalen Zeiten eher selten vor. In einem vernünftig geregelten Markt läuft das Spiel normalerweise in geregelten, legalen Bahnen. Aber der Markt ist zurzeit nicht normal. Alle legalen Spielbetriebe haben geschlossen. Wer trotzdem spielen will, muss ins Internet – oder eben in die Illegalität.

Das ist eine unschöne, aber auch vorübergehende Erscheinung, könnte man meinen. Denn irgendwann ist Corona ja vorbei. Dann legt sich das wieder.

Wirklich? Wenn Corona hinter uns liegt, dann könnte es sein, dass über die Hälfte der legalen Spielbetriebe in Deutschlands Innenstädten nicht nur geschlossen, sondern verschwunden sind. Aufgrund der restriktiven Abstandsregeln müssen viele jener Unternehmen, die seit Jahrzehnten zuverlässig für einen geregelten, legalen und geschützten Spielbetrieb gesorgt haben, die Türen schließen. Das seit Jahrzehnten gut funktionierende Netz zur Erfüllung des gesetzlichen Auftrags der "Kanalisierung des Spieltriebs" zerreißt. Die Folge: Wer dann noch in der City zum Spielen gehen will, muss ins Internet. Oder eben zum illegalen und damit auch ungeschützten Zocken.

Die Meldungen darüber, dass irgendwo mal wieder ein illegaler Spielclub ausgehoben wurde, sind daher ein Vorgeschmack auf das, was in Zukunft Alltag sein wird. Verantwortlich dafür ist eine Politik, die mit einer falschen Regulierung ohne Not den Boden für das illegale Spiel bereitet hat. Das geschieht zwar ohne Absicht. Aber es ändert nichts am Ergebnis. Sage keiner, er hätte es nicht gewusst.

Stefan Dreizehnter, Chefredakteur games & business
[email protected]

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