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Regulierung

Berlin: "Der falsche Weg"

Die Zahl der "Café-Casinos" wird in Berlin laut Berliner Zeitung (BZ) auf bis zu 2.500 geschätzt. Genaue Angaben gebe es nicht. Dafür schrumpfe die Anzahl der staatlich konzessionierten Spielhallen immer weiter.

In einem Meinungsbeitrag für die BZ wirft der Journalist Gunnar Schupelius der Berliner Politik einen verfehlten Regulierungsansatz und Untätigkeit gegenüber illegalen Café-Casinos vor. Die Berliner Regierung versuche noch "nicht einmal, das Glücksspiel dort aufzutreiben, wohin es abgewandert ist". Vor dieser Verdrängung verschließe man die Augen und feiere sich, wenn legale Spielhallen schließen müssen. Auf eine parlamentarische Anfrage vom Januar 2021 habe der Finanzsenator geschrieben: "Erkenntnisse über die Anzahl dieser illegalen Spielhallen liegen nicht vor (...)."

Der Senat bekämpft nach wie vor nur die konzessionierten Spielhallen, wie Schupelius ausführt. Das Glücksspiel wandere in Scheingaststätten und illegale Casinos ab. Davor verschließt die Politik die Augen, meint Schupelius. Das sei deshalb absurd, weil die staatlich konzessionierten Spielhallen zu strengen Kontrollen verpflichtet sind, die es in den "Café-Casinos" nicht gebe. Wer die Spielsucht bekämpfen wolle, der dürfe nicht die ordentlichen Spielhallen schließen, der müsse die illegalen dicht machen. Genau das geschieht Schupelius zufolge aber nicht. Das unterstreicht auch Georg Stecker, Vorstandssprecher der Deutschen Automatenwirtschaft, der auch in dem Beitrag zitiert wird: "Das legale Angebot wird gebraucht, um dem ausufernden Schwarzmarkt Herr zu werden."

Die Berliner Politik sei im Kampf gegen die Spielsucht den falschen Weg gegangen. "Es war ein Schuss in den Ofen. Nun traut sich niemand, den Irrtum zuzugeben und die Fehler zu korrigieren", so Schupelius.

Lesen Sie hier den kompletten Kommentar von Gunnar Schupelius.

Foto: © tetastock – stock.adobe.com

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