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Hauptstadt Club unterwegs

Bally Wulff sieht gute Chancen

Einmal im Jahr geht der Hauptstadt Club, 2012 von Ulrich Schmidt gegründet, auf Reisen. Anders als bei den Berliner Treffen geht es im Ausland mehr um Begegnung, intensives Kennenlernen und regen Informationsaustausch. Gearbeitet wurde in Kapstadt trotzdem – und nicht wenig: Branche, Politik und Produkte standen auf der Tagesordnung.

Lars Rogge, Geschäftsführer bei Bally Wulff im Triumvirat mit Thomas Niehenke und Thomas Wendt, zeigte sich in Südafrika optimistisch, dass in der politischen Diskussion um das Automatenspiel mehr und mehr die Qualität der Betreiber als deren Quantität im Zentrum der Überlegung stehe. Man sehe Anzeichen, so Rogge, dass Gerichte und politische Entscheidungsträger verstanden hätten, dass die bisherigen Regelungen des Glücksspielstaatsvertrages und der Ländergesetze für Spielhallen nicht zukunftstauglich seien. Dies vor allen Dingen vor dem Hintergrund, dass das Online-Spiel quasi grenzenlos stattfinde.

Der Bally Wulff-Geschäftsführer machte aber auch klar, dass die Bewegung in die qualitative Richtung mit möglichen positiven Auswirkungen zwar mehr als ein Hoffnungsschimmer, aber längst noch nicht in trockenen Tüchern sei. Bis alle Länder unter einem Hut seien, das sei noch ein langer Weg und es könne durchaus sein, dass es fortschrittliche und konservativere Länder gebe. Es könne aber sein, dass eine Öffnungsklausel im neuen Staatsvertrag auch dies möglich mache.

In dem Zusammenhang erinnerte Rogge daran, dass es nicht einfach sei, bei 16 Ländern eine gemeinsame Linie zu erreichen. Selbst in der Verbandslandschaft der Branche merke man, dass dies mitunter herausfordernd und höchst mühsam sei. Trotzdem müsse die Einigung aller Bundesländer auf Eckdaten als Ziel stehen. Unterschiedliche Bedingungen in einem so dicht besiedelten und föderal organisierten Staat führen nach Meinung Rogges nur zu massiven Ungerechtigkeiten.

Außerdem sprach sich Rogge auch für eine Öffnung der Branche in Richtung Online-Spiel aus. Er kenne keinen Markt weltweit, in dem das Online-Spiel sich zu Lasten des terrestrischen Spiels entwickelt habe. Das stehe im Gegensatz zu den Entwicklungen im Handel. Angst müsse man also keine haben. Vielmehr sei das Online-Spiel Anreiz, noch besser zu werden.

Dies sei auch immer die Leitlinie für Bally Wulff gewesen. So habe man viele technischen und gesetzlichen Herausforderungen der vergangenen Jahrzehnte gemeistert. Logischerweise habe man hierbei auch Täler durchschreiten müssen, heute sei man aber national und international gut aufgestellt. Bally Wulff stehe wirtschaftlich sehr gut da. Nach harter Arbeit an den Problemen mit TR 5 sei man nun auf einem sehr guten Weg. "Entwicklungstechnisch haben wir einen großen Schritt nach vorne gemacht, die Stunden-Spielzeit ist optimal getaktet – jetzt können wir verstärkt wieder Markt machen und an dessen besserer Durchdringung arbeiten."

Jörg Neuberger, Leiter des Produktmanagements, unterstrich dies und sagte, Bally Wulff sei bestens gerüstet. Mit den Spielepaketen "Energy", "Maxiplay 2" und "Polar" erziele man überzeugende Akzeptanz. "Sun Fire" sei das Spiel des Jahres und "Super Wheel" ein nagelneues, spielübergreifendes Zusatzfeature. Aber es ging in Kapstadt nicht erstrangig um Promotion für neue Produkte. Vielmehr führte Neuberger inhaltlich durch die neuen Hausforderungen der technischen Anforderungen an die Aufbereitung und Archivierung von Fiskaldaten. Er wies darauf hin, dass es enorm wichtig sei, sich umfassende und durchaus tiefschürfende Gedanken zu machen, "wie Daten gezogen, überprüft und mitgenommen" werden und wie sie letztlich sicher aufbewahrt werden können. Man müsse dabei auch in Zeitrahmen von fünf bis zehn Jahren denken, so Neuberger.

Als Problem komme hinzu, dass jedes Finanzamt unter Umständen andere Vorgaben mache, wie Daten aufbereitet sein müssen. Es gebe zwar über das Bundesfinanzministerium und den Spitzenverband der Industrie (VDAI) Absprachen, aber noch sei Vieles im Fluss. Neuberger hofft allerdings, dass bei diesem Thema bald Praktikables die Oberhand gewinne und sich herumspreche. Ein Mitglied des Hauptstadt Clubs stellte klar, dass man in seinem Unternehmen schon jetzt alle zwei Stunden die einlaufenden Daten auf Plausibilität prüfe, Fehler nacharbeite, dies dokumentiere und dann die Daten sichere. So sei man als Unternehmen auf jeden Fall schon einmal auf der sicheren Seite.

Einen ausführlichen Bericht zum Bally Hauptstadt Club lesen Sie in der Dezember-Ausgabe von games & business. Noch kein Abonnent? Alle Informationen zu einem Probe-Abo finden Sie hier.

Foto: Beim Bally Wulff Hauptstadt Club standen Gespräche über Branche, Politik und Produkte auf der Tagesordnung.

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