Dachverband

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Manfred Schlösser

Auf die Zukunft ausrichten

Das Öffnungsverbot für Spielstätten, Wettshops, Spielbanken und Gastronomie trifft die Automatenwirtschaft wie eine Querschnittlähmung im Genick. Man kann absolut nichts mehr tun, aber der Kopf funktioniert noch. Das beschreibt zumindest den Zustand der ersten Tage und Wochen.

Nur ganz langsam merkt man, dass da doch mehr geht. Nicht aus Langeweile, sondern aus unternehmerischer Entschlossenheit. Denn eines ist klar: Der jetzige Zustand ist ein zeitlich begrenzter. Es geht also weiter, wann genau, dass lässt sich im Moment noch nicht absehen. Nochmal: Es geht weiter. Und für diesen Moment rüsten sich viele Unternehmen. Sie stellen das eigene Unternehmen quasi auf den Kopf. Sie schauen sich jeden Aufstellplatz und jede Spielstätte mit Argusaugen an. Was in der Alltagshektik nicht auffiel – jetzt kann man genau hinsehen. Waren die richtigen Geräte am richtigen Platz? Rechtfertigt die Platz-Rendite überhaupt ein Weitermachen? Lassen sich Mietverträge nachhaltig verhandeln? Lässt sich die Kostenseite optimieren – von Arbeitsabläufen bis hin zur Stromrechnung? Kann man sich auf das Personal auch in der Krise verlassen? Auf wen nicht? Gibt es Nachholbedarf in Sachen Digitalisierung? Wie kann man zum Öffnungstag Kunden motivieren? Das sind Fragen, die sich heute viele Kollegen der Branche stellen.

Mit ihnen hoffen wir auch, dass die Politik erkennt, wie groß der Aderlass ist, den die Schließzeit der Wirtschaft zufügen wird. Dass sie erkennt, dass nach der "Öffnung" nicht die Zeit ist, Steuern zu erhöhen und Unternehmen über die Kante der Klippe zu stoßen. Wie vom anderen Stern kommen einem da Forderungen aus den Reihen der linken SPD (Saskia Esken), der Linken selbst oder auch aus Reihen der Wissenschaft vor. Da erschallt der Ruf nach einer "Vermögensabgabe für die Reichen". Wer auch immer das sein mag. Der Bremer Ökonom Rudolf Hickel legt die Latte schon bei 500.000 Euro Nettogeldvermögen an. Damit sind weite Teile des Mittelstandes bis hin zu ihrer Alterssicherung betroffen. Mit dem Corona-Virus wird von den Aposteln des Sozialismus der Neid-Virus befeuert - weil man sonst nichts kann und kennt.

In allen Gesprächen, die wir derzeit mit Politikern aus Kommune, Land und Bund führen, sollten wir dagegen halten und andere Positionen ins Feld führen. Was uns allen helfen würde, wäre etwa eine negative Einkommensteuer. Nicht nur meine Idee: Für die Zeit der Schließung sollte uns der Staat einen gewissen Prozentsatz der Unternehmenssteuern aus dem vergangenen Jahr zurückerstatten. Das würde den Aufbruch befeuern und im kommenden Jahr wieder Zuwächse in die Staatskasse spülen.

Die Unternehmen werden ihr Bestes geben. Und dass die Kunden, genau wie wir, auf das Ende der Schließzeit warten, davon bin ich fest überzeugt. Die Menschen werden sich tierisch freuen, wieder das tun zu dürfen, was man ihnen (wenn auch mit gutem Grund) wochenlang verboten hat. Konzentrieren wir uns also auf die Erfolge von morgen, weil wir aus der Krise die richtigen Schlüsse gezogen haben. Wir tun das auch. Auf allen uns zur Verfügung stehenden Kanälen versuchen wir, Sie so schnell und so gut wie möglich zu informieren. Wir haben die Schlagzahl unserer Online-Meldungen erheblich erhöht, die Newsletter auf Wissenswertes in der Krise konzentriert. Wir posten auf Facebook, was immer uns wichtig erscheint, wir informieren im Magazin, was man als Hintergrund kennen sollte, und recherchieren für unsere Dossiers - diesmal "Sportwetten 2020" -, was Ihnen als Unternehmer Wissensvorsprung verschafft. Wir bleiben an Ihrer Seite.

In diesem Sinne

Manfred Schlösser, Verleger games & business
schloesser@gamesundbusiness.de

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