Dachverband

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Stefan Dreizehnter

Auf den Tisch

Der Glücksspielstaatsvertrag scheitert früher als erwartet. Schleswig-Holstein unterschreibt die veränderte Fassung nicht. Nordrhein-Westfalen stellt sich auch quer. Anlass des Scheiterns sind vor allem die Regelungen bei den Sportwetten, die dem Europa-Recht noch nie standgehalten haben. Die Ursache liegt aber viel tiefer. Die gesamte Regulierung ist erstens einfach schlecht. Und zweitens weltfremd. Online ist da nicht nur Neuland. Es existiert einfach nicht.

Es ist deswegen vorhersehbar, dass die gesamte Glücksspielregulierung infrage steht. Schleswig- Holstein will das sowieso. Die Grundsatzdiskussion, die für 2021 erwartet wurde, kann schon 2018 kommen.

Wie sieht diese Diskussion aus? Im Vorfeld des letzten Glücksspielstaatsvertrages konnte sich bei uns niemand so recht vorstellen, dass das kommt, was damals besprochen worden ist. Inzwischen sind wir schlauer und wissen, dass die eigene Phantasie nicht unbedingt die Grenze des Möglichen sein muss. Das bedeutet umgekehrt: Will die Branche verhindern, dass erneut die Phantasien von anderen alleinige Realität werden, dann muss sie aktiv ihre eigene Vorstellung von der Realität entwickeln.

Diese Vorstellungen existieren. Seit Jahren gibt es Arbeitskreise bei den Verbänden. Die heißen "AK2017", "AK2021", "AK Zukunft", "AK zukunftsfähige Spielstätte". Es kann einem niemand erzählen, dass diese AKs nicht gearbeitet, keine Ideen entwickelt und keine Konzepte geschrieben hätten. Bislang aber offensichtlich nur für die Schublade. Es wäre enttäuschend, wenn nichts vorliegen würde.

Das muss jetzt auf den Tisch. Es wird nicht alles zusammenpassen. Es gibt unterschiedliche Interessen. Aber diese Konzepte werden alle auf ihre Weise eine Sicht von der Zukunft der Branche widerspiegeln. Nur wenn offen, miteinander und nicht gegeneinander diskutiert wird, kann man sehen, was zusammen geht. Und wie eine gemeinsame Zukunft der Branche aussehen kann, die von der Politik als seriöser Vorschlag ernst genommen wird.

Stefan Dreizehnter, Chefredakteur von games & business

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