Stefan Dreizehnter

Im Maschinenraum

In den vergangenen vier Wochen ist etwas zum Glück ganz Seltenes passiert. Gleich zwei äußerst verdiente Führungspersönlichkeiten aus zwei Landesverbänden haben die aktive Bühne verlassen. Petra Höcketstaller, Vizepräsidentin des Bayerischen Automaten-Verbands (BAV) ist überraschend zurückgetreten. Angekündigt, aber nicht weniger gravierend, ist der Abschied von Horst Hartmann aus dem Vorstand des NRW-Verbands Deutscher Automaten-Verband (DAV).

Beide standen nicht in vorderster Reihe ihrer Verbände, waren aber enorm wichtig. Beim DAV, der seit einigen Jahren ohne Vorsitzenden auskommt, galt Hartmann als Gesicht des Verbands bei der Landespolitik. Seine steuerliche Expertise ist exzellent. Petra Höcketstaller war eine der ersten Adressen für exzellenten, praxisbezogenen Mitgliederservice und Politik-Information.

Mit dem Abschied von Höcketstaller und Hartmann – denen großer Dank gebührt – wird ein Schlaglicht in den Maschinenraum der Automatenwirtschaft geworfen, den man sonst nicht sieht. Die ehrenamtliche Tätigkeit, die dort geleistet wird, ist vielfältig, hochqualifiziert und nicht mit Geld zu bezahlen. Ohne sie wäre die Branche ideell und materiell ein großes Stück weit ärmer.

Wenn man sagt, dass Höcketstaller und Hartmann Lücken hinterlassen, die nur schwer zu schließen sind, dann hat das nichts mit Abschieds-Folklore zu tun. Es zeigt, wie wichtig das qualifizierte Ehrenamt bei der Vertretung von Brancheninteressen ist. Anerkennung und Wertschätzung sind das Mindeste, das man nicht nur den Aktiven schuldet, sondern auch als Signal an all jene sendet, die sich überlegen, einzusteigen. Denn im Maschinenraum der Branche werden unternehmerisches Know-how und politischer Elan mehr denn je gebraucht.

Stefan Dreizehnter

Chefredakteur games & business
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