Steffen Hanak

Ein starkes Signal

Die Automatenbranche lädt bundesweit zu parlamentarischen Abenden ein. Dabei treffen sich die jeweiligen Landtagsabgeordneten und teilweise auch Vertreter der Landesregierungen mit Unternehmern aus den entsprechenden Landesverbänden. Soweit so üblich. Es gibt aber Unterschiede. Sowohl mit Blick auf die Zahl der politischen Gäste als auch hinsichtlich der Art der Gespräche.

Dabei ist Jugend- und Spielerschutz in allen Regionen Deutschlands gleich wichtig. Und das wuchernde illegale Spiel flächendeckend ein Problem. Dem Fiskus entgehen dadurch bundesweit jährlich Milliarden an Steuergeldern – konservativ gerechnet. Es gäbe also landauf, landab mehr als genug Gesprächsstoff. Parlamentarische Abende bieten dafür eine entspannte Gelegenheit. Und sie sind vor allem Ausdruck des entschiedenen Willens, sich gemeinsam diesen Herausforderungen zu stellen und zusammen nach bestmöglichen Lösungen zu suchen. Als Partner, die das eine Ziel eint: das illegale Spiel zu bekämpfen. Aber genau diese gemeinsame Absicht zeigen ganz viele Landespolitiker nicht.

Bei parlamentarischen Abenden in Hessen ist das anders. In Wiesbaden treffen sich regelmäßig Politiker und Unternehmer, um genau diesen gemeinsamen Willen zu demonstrieren. Und der hessische Ministerpräsident nebst mehreren Fachministern ist zugegen. Ein starkes Signal. Sowohl für den Jugend-und Spielerschutz als auch für den Kampf gegen das illegale Spiel. Dass dieser Kampf am erfolgreichsten zusammen mit den Vertretern des legalen Spielangebots gelingt, liegt auf der Hand. Deshalb braucht man Vertrauen. Das wächst am ehesten, wenn man respektvoll miteinander umgeht und die gegenseitigen Argumente bespricht.

Dieses konstruktive Miteinander von Branche und Politik sollte normal sein. Bundesweit betrachtet ist es jedoch sehr selten, wahrscheinlich ist der parlamentarische Abend in Hessen sogar eine Ausnahme. Auf jeden Fall aber ein starkes Signal.

Steffen Hanak, stv. Chefredakteur games & business
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