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11.02.2016 12:29
Tennis-Schiedsrichter wegen Betrugs gesperrt

Sportmanipulationen schaden Sportwetten


Bereits im Januar gab es Berichte über Spielmanipulationen beim Tennis. Spieler, auch bekannte, sind im Verdacht, mit Betrügern gemeinsame Sache gemacht zu haben. Nun hat die Zeitung The Guardian herausgefunden, dass offensichtlich auch Schiedsrichter an Manipulationen beteiligt waren. Dadurch geraten Sportwettenanbieter zu Unrecht in Kritik.

Tennis eignet sich besonders für Wettbetrug: Es sind nur wenige Menschen beteiligt und es gibt ständig Punkte. Ein Doppelfehler beim ersten Spiel im zweiten Satz kann genau geplant werden. Solcher Betrug schädigt allerdings vor allem den Wettanbieter, denn er muss mehr auszahlen, als die zuvor berechnete Quote erwarten ließ. Daher beobachten die Wettanbieter das Wettgeschehen genau. Auffällige Wetten werden entdeckt und gegebenenfalls ausgesetzt. So wurde auch der aktuelle Skandal aufgedeckt.

Immer wieder gibt es das Argument, dass erst durch das Angebot der Anreiz zum Betrug gesetzt wird. Aber Mathias Dahms, der Vorsitzende des Deutschen Sportwettenverbands entkräftet dieses Argument: "Was wir nicht anbieten, können wir nicht kontrollieren." Tatsächlich werden viele Wetten auf manipulierte Sportarten bei Wettanbietern in Asien abgeschlossen.

Und Werner Becher, der Geschäftsführer von Interwetten, stellte in einem Interview klar: "Wenn es uns nicht gäbe, würden Mauscheleien noch größer. Denn alle regulären Wettanbieter melden ja Auffälligkeiten sofort etwa an den Tennisverband weiter. Der informiert den Supervisor vor Ort, der wiederum den Schiedsrichter. Und der auch die Spieler. Also: Wir setzen wirklich eine Alarmkette in Bewegung. Wären wir nicht mehr da als überwachende Instanz, als jemand, der diese Spiele beobachtet, dann wären die Probleme noch gravierender."

Der Tennisverband arbeitet exklusiv mit Sportradar zusammen. Die Firma erhebt die Daten zu allen Spielen, auch bei kleinen Turnieren. Und genau dort betrogen die Schiedsrichter. Denn die waren es, die die Punkte direkt in das Sportradar-System eintrugen. Wenn sie dabei einige Sekunden verstreichen ließen, öffneten sie ein Zeitfenster, in dem Live-Zuschauer sichere Wetten platzieren konnten.

Gegen solche kriminelle Energie gibt es ein Gegenmittel: eine zweite Datenquelle. Der bestehende Exklusiv-Vertrag von Sportradar ermöglicht die Lücke. Würde ein weiterer Anbieter Daten erheben, könnte man beide Daten abgleichen und so Manipulationen weiter erschweren.